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Celle Stadt Täter-Opfer-Ausgleich hilft bei Schlussstrich
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Täter-Opfer-Ausgleich hilft bei Schlussstrich
16:09 13.02.2019
Moritz Thöle-Weimar, Ute Passarge und Holger Reiss (von links) moderierten des Jahresempfang des Projekts "Brückenbau". Wolfgang Decker sorgte für das musikalische Rahmenprogramm. Quelle: Peter Bierschwale
Celle

Gefangenen-Hilfsorganisationen wie das „Projekt Brückenbau“ oder das „Schwarze Kreuz“ sehen sich oftmals dem Vorwurf ausgesetzt, bei ihrer Arbeit das Leid der Opfer von Straftaten aus dem Blick zu verlieren. Deshalb hatten die Celler Einrichtungen bei ihrem „Jahresempfang“ mit dem Titel „Zusammen!“ wohl das Thema „Täter-Opfer-Ausgleich“ in das Zentrum ihrer Veranstaltung gestellt. Der Hambührener Mediator Christian Richter hielt dazu einen Vortrag, den er „FAIRsöhnt leben“ genannt hatte.

Die Räumlichkeiten in der Jägerstraße stießen fast an ihre Kapazitätsgrenze, denn rund 90 Interessierte hatten sich für die Veranstaltung angemeldet. Nach der Begrüßung durch Henning Buchhagen, Vorstandmitglied des Schwarzen Kreuzes und musikalischen Beiträgen von Wolfgang Decker lobte zunächst Superintendentin Andrea Burgk-Lempart die Arbeit der Gastgeber: „Sie bieten den Gefangenen eine andere Perspektive als nur das Tätersein an, indem sie den Blick auf den ganz normalen Menschen lenken, der dahinter steht.“

Geringere Rückfallquote bei Täter-Opfer-Ausgleich

Zu den typischen Betreuten gehört Sven Fechner (40), der viele Jahre in der JVA Celle verbrachte und inzwischen seine Entlassungsvorbereitung vom offenen Vollzug der JVA Burgdorf aus betreibt. Der nahm an der Veranstaltung teil, weil es bei seiner Arbeitsaufnahme hakt, und er hofft, vom „Projekt Brückenbau“ Unterstützung zu erhalten.

Christian Richter hatte vor seiner Pensionierung lange für die „Fachstelle Täter-Opfer-Ausgleich“ in Hannover gearbeitet. Ab 1994 habe diese Arbeit einen gesetzlichen Rahmen erhalten, erklärte Richter bei seinen einführenden Worten. Es sei erwiesen, dass ein erfolgreicher Täter-Opfer-Ausgleich eine geringere Rückfälligkeit der Täter bewirke.

80-Jährige wünscht Täter alles Gute für die Zukunft

Nicht immer sei ein Täter-Opfer-Ausgleich möglich, wenn der aber erfolgreich sei, gelinge es auch den Opfern oftmals, unter die Tat einen Schlussstrich zu ziehen. Zur Illustration trug Richter einige Fälle aus der Praxis vor, auch ermutigende: So wünschte eine 80-jährige Dame, die in Winsen von einem jungen Mann überfallen worden war, zur Verblüffung der Richter dem Täter im Gerichtssaal „alles Gute für die Zukunft.“

Von Peter Bierschwale

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