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Celle Stadt Bündnisse gegen Rechts arbeiten enger zusammen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bündnisse gegen Rechts arbeiten enger zusammen
14:53 13.06.2010
Von Gunther Meinrenken
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Celle Stadt

Die Besetzung des Landhotels Gerhus durch Neonazis war der Auslöser gewesen, am vorläufigen Ende steht jetzt eine engere Vernetzung der Bündnisse gegen Rechts in der Lüneburger Heide. „Da ist mit den Mahnwachen schwer etwas in Gang gekommen, da waren Leute dabei, die in ihrem Leben noch nie bei einer Demonstration waren“, berichtet Pastor Wilfried Mannecke. Innerhalb kürzester Zeit habe man einen E-Mail-Verteiler mit bald 400 Adressen aufgebaut. Auch von außerhalb des Landkreises Celle waren viele Teilnehmer bei den Mahnwachen gegen die Rechtsextremisten. Diese gegenseitige Hilfe soll nach dem Willen der unterschiedlichen Aktionsbündnisse weiter verstärkt werden – über die Landkreisgrenzen hinweg.

Bei einem gemeinsamen Treffen haben Aktionsgruppen gegen Rechtsextremismus aus Lüneburg, Uelzen, Celle, Faßberg, Hermannsburg und Eschede die intensivere Vernetzung beschlossen. Die Initiative dazu war vom Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus Hermannsburg ausgegangen.

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Die Koordination übernimmt der DGB in der Region Nord-Ost-Niedersachsen. DGB-Regionsvorsitzender Hartwig Erb: „Wir erleben eine immer stärkere Vernetzung der extremen Rechten in der Region. Kommt es zu Aktivitäten, wie Aufmärschen etwa in Lüneburg, oder so genannten Sonnenwendfeiern in Eschede, sind auch immer Rechtsextremisten aus den jeweils anderen Landkreisen federführend beteiligt. Dagegen setzen wir eine eigene Vernetzung, denn alle Landkreis haben Probleme mit Rechtsextremismus. Dem kann man nur gemeinsam entgegen treten.“

Die lokalen Bündnisse wollen sich so gegenseitig den Rücken stärken. Durch die Vernetzung und die gegenseitige Aktivierung etwa der E-Mail-Verteiler und Telefonketten sei es möglich, eine ungleich höhere Teilnehmerzahl bei Aktionen gegen Rechtsextremismus zu mobilisieren. „Rechtsextremismus ist keine Angelegenheit der jeweiligen Kommune, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem und so fassen wir das auch auf“, meinte Erb.

Erste Aktivitäten sollen verschiedene Aktionen gegen die rechtsextremen Umtriebe auf dem Hof Nahtz in Eschede sein. „Es geht uns nicht ausschließlich darum, auf der Straße gegen die extremen Rechten aufzutreten. Wir wollen auch durch gemeinsame Veranstaltungen und vor allem durch eine verstärkte Präventionsarbeit den Rechtsextremisten auch inhaltlich etwas entgegen setzen“, machte Erb deutlich. Dafür sollen in den kommenden Wochen Ideen entwickelt werden. Für die Projekte und Veranstaltungen will man Landesmittel für die Jugendarbeit akquirieren. „Diese Mittel dürfen nicht gekürzt werden“, forderte Erb. Gerade in der Fläche, in den Dörfern, würden Jugendliche von Rechtsextremen eingeschüchtert.

Alle Bündnisse, so stellte Erb klar, „werden natürlich unabhängig bleiben. Ein großes, regionsübergreifendes Bündnis, ist nicht geplant“, meinte der DGB-Regionsvorsitzende.