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Celle Stadt Darum hat sich das lange Warten gelohnt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Darum hat sich das lange Warten gelohnt
08:00 27.05.2019
Von Dagny Siebke
Wer am Samstagmittag zur Kraftwerkshalle kam, musste Geduld mitbringen. Doch die Celler nahmen es gelassen. Quelle: Dagny Siebke
Celle

Am Samstag und Sonntag geht es vor der Kraftwerkshalle auf der Allerinsel ein wenig zu wie in der DDR. Die Celler reihen sich alle freiwillig in die langen Schlangen ein, weil sie wissen, dass sich das geduldige Warten für den Bürger-Basar auszahlt. Auch wenn sie gar keine genaue Vorstellung haben, was es zu erbeuten gibt.

Tausende Celler nutzten die Gelegenheit, ihr persönliches Schnäppchen zu machen und gleichzeitig ihr Geld für den guten Zweck auszugeben. "Die ersten stehen seit 9.30 Uhr hier. Das ist unglaublich", sagt Jürgen Brandes, der zu den 120 Ehrenamtlichen der Bürgerstiftung Celle gehört.

NDR-Pausenbild für 10 Euro

Jochen Barth aus Celle hat für 10 Euro ein NDR-Pausenbild ergattert. Darauf schwebt ein Heißluftballon über Celle. "Ich dachte mir: Das hängste dir in's Büro", sagt der 71-Jährige. Mehrere Postkarten von den Pausenbildern hat er schon. Am liebsten sammelt er jedoch Espresso-Tassen, 1200 Stück hat er schon. "Der Bürger-Basar ist eine gute Gelegenheit sich neue Staubfänger ins Haus zu holen", scherzt der gelernte Großhandelskaufmann. "Meine Frau hat zu mir gesagt: Kauf was Hübsches, aber nichts mit Stecker."

Franziska Meyer aus Winsen hat gleich zu Beginn ihrer Runde durch die Halle spontan bei vier Tischläufern für 10 Euro zugeschlagen. Sie ist das dritte Mal beim Bürger-Basar. "Wir sind viel auf Flohmärkten in der Region unterwegs. Vor allem in Bockelskamp", sagt die 27-Jährige.

Veronika Schneider aus Celle sammelt Puppen. Für einen Euro hat sie „Hans“ mitgenommen. "Er muss erstmal zum Puppendoktor. Das wird mich nochmal 20 Euro kosten", erzählt die 74-Jährige. Doch das lohne sich bei der Zelluloidpuppe aus den 1930er Jahren. "Ich sammle seit 40 Jahren Puppen, weil ich als Kriegskind keine hatte. Diese Sammelleidenschaft ist ein Ersatz für meine verlorene Kindheit", stellt die Seniorin fest.

Rainer Reiter hat beim Bürgerbasar für fünf Euro eine bunte Lampe erbeutet. "Sie sieht aus wie aus den 1960er Jahren", sagt der 70-Jährige. "Wir werden sie erstmal elektrisieren und auf der Terrasse aufhängen. Mal sehen, ob wir sie noch schön finden, wenn wir das Licht anschalten." Der Meißendorfer war einer der ersten in der Halle. "Das lange Warten hat sich gelohnt. Wir verknüpfen den Bürger-Basar mit einem Gang über den Wochenmarkt und essen dann in der Stadt."

Zwei Korbsessel für einen Euro

Emma Bieberneit (81) aus Celle hat beim Bürgerbasar für die zwei Mini-Korbsessel nur einen Euro gezahlt. Passend dazu hat sie noch Teddys im Beutel. "Ich bin jedes Jahr dabei", sagt sie.

Der Vorsitzende der Celler Bürgerstiftung Axel Lohöfener ist sehr zufrieden mit dem sechsten Bürger-Basar. Er schätzt, dass am Wochenende etwa 3000 Besucher in der Kraftwerkshalle auf Schnäppchenjagd gegangen sind. Von den Einnahmen her werde das Spitzenjahr 2017 wahrscheinlich nicht ganz erreicht. "Es geht uns aber auch nicht nur um das Geld. Wir finden es toll, dass beim Bürger-Basar so viele Menschen in Kontakt kommen. 120 Ehrenamtliche sind hier mit Freude und Energie dabei."

Nippes bringt am meisten Geld

Das merkt man auch Berbel Schmidt an, die mit viel Herzblut die "Nippes-Abteilung" betreut. Mit Blick auf eine riesige Mozart-Kugel sagt sie: "Wir haben beim Auspacken der Kartons vor Lachen Schreikrämpfe gekriegt. Aber Geschmäcker sind verschieden und dem nächsten gefällt's." Die ehrenamtliche Helferin ergänzt: "Auch wenn man es nicht glaubt, das ist unser ergiebigster Stand. Hier wird das meiste Geld umgesetzt."

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