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Celle Stadt Darum sorgt die Terminvergabe für Ärger
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Darum sorgt die Terminvergabe für Ärger
16:48 11.04.2019
Von Gunther Meinrenken
Im Bürgerbüro des Neuen Rathauses, hier die Servicestation für Passfotos, sollen mit der Online-Terminvergabe lange Wartezeiten vermieden werden.  Quelle: Christian Link
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Celle

Die einen loben die deutliche Verkürzung der Wartezeiten, die anderen klagen über mangelnde Flexibilität – auch 15 Monate nach Einführung der Online-Terminvergabe im Bürgerbüro des Neuen Rathauses gehen die Ansichten über das neue System in der Bevölkerung teilweise weit auseinander. Beschwerden kommen meist von denjenigen, die vergessen haben, dass es nicht mehr ratsam ist, spontan vorbeizuschauen, um etwa seinen Reisepass verlängern zu wollen. Denn entweder muss man dann lange warten, bis man dazwischen geschoben wird, oder man bekommt einen Termin. Aktueller Stand: Wer sich heute für eine Passverlängerung anmeldet, kommt etwa Mitte Juni dran.

Bürger fühlen sich abgewimmelt

Es sind vor allem ältere Celler, die mit der Online-Terminvergabe (der Begriff ist übrigens irreführend, weil man dies auch telefonisch regeln kann) nichts anfangen können. So wie Karl-Heinz S. (Name geändert). „Vergangene Woche standen hier bestimmt ein Dutzend Leute, die keinen Termin hatten“, berichtet der Rentner, der seinen Personalausweis verlängern wollte. Er sei nicht der einzige gewesen, der „einfach so“ vorbeigekommen war. Die Mitarbeiterin habe „alle abgewimmelt und nur Termine verteilt, ein Notschalter war nicht besetzt. Niemand ist direkt drangekommen. Wegen Krankheit habe man aktuell zu wenig Personal, ist uns gesagt worden“, so Karl-Heinz S.

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An der Servicestation im Bürgerbüro im Neuen Rathaus kann man Fotos für seinen Personalausweis machen.  Quelle: Christian Link

Der Celler versteht einfach nicht, warum man das alte System mit dem Ziehen von Wartenummern nicht beibehalten hat. „Das war doch praktisch. Man ist gekommen, hat eine Nummer gezogen, kam irgendwann dran und hatte alles erledigt“, findet der Rentner. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille.

Mal Leerlauf, mal lange Wartezeiten

Jörg Brüsewitz, Fachdienstleiter Bürgerbüro, kann genau erklären, warum man auf die Terminvergabe umgestellt hat. „Bei dem früheren System hatten wir die Beschwerden von Bürgern, dass sie zu lange warten mussten. Zum Beispiel war an Donnerstagen der Andrang so groß, dass wir ihn kaum bewältigt haben. An anderen Tagen gab es mitunter für unsere Mitarbeiter zu viel Leerlauf.“ Bedeutet: „Mit der Terminvergabe können die Anliegen der Bürger genauer eingetaktet werden.“ Das erspare nicht nur den Cellern Wartezeiten – auch bei der Abholung der Dokumente – das Personal des Bürgerbüros könne zudem effektiver eingesetzt werden.

Jörg Brüsewitz (CDU) befürwortet die Bürgerbefragung.  Quelle: Fremdfotos/eingesandt

Anliegen besser "eintakten"

„Üblicherweise rufen vier Mitarbeiter die Bürger auf, bearbeiten deren Anliegen, einer macht Post- und Telefondienst und eine weitere Kraft besetzt den Online-/Ausgabeschalter“, erläutert Brüsewitz den optimalen Arbeitsablauf. Doch werde der eben nicht immer erreicht. Daher gehe man auf Nummer sicher, verteilt die Termine nur so, als wären zwei oder drei Mitarbeiter da. „In der vergangenen Woche war ein Mitarbeiter krank und einer war im Urlaub. Außerdem sind bei uns aktuell zwei Stellen nicht besetzt.“

Und der ominöse Notfallschalter. „Den gibt es gar nicht. Es geht um ein Notsystem. Fällt ein Termin aus, erscheint jemand nicht oder werden die Anliegen schneller bearbeitet als erwartet, können wir noch Leute dazwischen schieben“, sagt Brüsewitz. Doch das sei unkalkulierbar und mit langen Wartezeiten verbunden. Praktischer für alle Seiten wäre es, sich einen Termin zu besorgen.

Die Termine im Bürgerbüro werden vergeben am Info-Counter im Neuen Rathaus sowie am Ausgabeschalter des Bürgerbüros. Außerdem telefonisch unter (05141) 123346 sowie im Internet unter https://termin.celle.de/.

Svenja Gajek 11.04.2019
Christoph Zimmer 11.04.2019
Gunther Meinrenken 10.04.2019