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Celle Stadt Bunter Start in die Schulzeit im Kreis Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bunter Start in die Schulzeit im Kreis Celle
13:06 13.08.2018
Bei der Einschulung der neuen Erstklässler an der Hehlentorschule in Celle wurden die neuen Mitschüler von den Kindern aus der Klasse 4 begrüßt.Sie hatten einiges zur Unterhaltung einstudiert. Quelle: Oliver Knoblich (2)
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Louis Schillermann gehört zu den 75 Kindern, die auf der Grundschule Hehlentor in ihr erstes Schuljahr starten. Von Nervosität bei dem Sechs-Jährigen keine Spur. Ruhig hält er seine Schultüte in der Hand, trägt den neuen Schulranzen auf dem Rücken. Vom Schnuppertag kennt er bereits einige Kinder, die mit ihm eingeschult werden. „Ich freue mich auf alles, aber am meisten auf Mathe, weil ich es schon so gut kann“, erzählt der Erstklässler.

Eine Besonderheit der Grundschule Hehlentor sind die jahrgangsübergreifenden Klassen. Die 75 Erstklässler werden auf zehn Klassen verteilt, bleiben also nicht unter sich, sondern haben gemeinsamen Unterricht mit Zweit-, Dritt- und Viertklässlern. Dies habe den Vorteil, dass die neuen Schüler sich besonders schnell einleben, berichtet die Lehrerin Susanne Hiestermann. Sie freut sich darauf, auch in ihrer Klasse neue Schüler begrüßen zu dürfen: „Es ist spannend, zu erleben, wie die Älteren ihre neuen Mitschüler integrieren“.

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Auf dem Schulhof beginnt die Begrüßung mit einigen Worten des Schulleiters Detlev Soetbeer. Das Motto des Gottesdienstes „Wir sitzen alle in einem Boot“ überträgt Soetbeer auch auf die Gemeinschaft in der Schule. Für Unterhaltung sorgen die Schüler der Klasse 4B mit ihrer einstudierten Vorführung. In zwei aufeinanderfolgenden Tänzen bewegen sie sich auf der Bühne zur Musik, schwingen zunächst bunte Tücher und trommeln dann mit Drumsticks.

Danach folgt der wichtigste Teil der Begrüßung, der von den Erstklässlern herbeigesehnt wird: die Verteilung der Kinder auf die Klassen. Nacheinander treten alle Kinder, die gemeinsam eine Klasse kommen, auf die Bühne. Namentlich werden sie vorgestellt, bevor sie ihre erste Schulstunde antreten. Nach und nach leeren sich die Reihen der Erstklässler. Endlich ist auch Louis an der Reihe – strahlend steht er mit seiner Schultüte im Arm neben seinen neuen Klassenkameraden auf der Bühne. Ein letztes Mal Winken, dann geht es auch für ihn ab in die erste Unterrichtsstunde seines Lebens. Stolz beobachtet auch seine Mutter Jana Schillermann diesen besonderen Moment. „Man muss sie ein Stück gehen lassen“, hebt sie die Herausforderung für die Eltern hervor.

Nicht nur für die Erstklässler und ihre Familien ist es ein aufregender Tag, auch für Soetbeer hat diese Einschulung besondere Bedeutung. Es ist die 32. und zugleich letzte Einschulung, die er als Schulleiter an der Grundschule Hehlentor erlebt. Am Ende des Schuljahres wird er in den Ruhestand gehen. In den letzten 30 Jahren konnte er beobachten, dass die Bedeutung der Einschulung gestiegen ist. So wie die Bildung gewinnt auch der offizielle Schulstart an Bedeutung – oft verbunden mit hohen Erwartungen an die Kinder. „Wichtig ist es nun vor allem, dass die Erstklässler möglichst schnell Vertrauen fassen, sich wohl fühlen und Ängste ablegen“, so Soetbeer. Wie es ihnen dabei im Einzelnen ergeht, wird sich erst im Laufe der nächsten Wochen zeigen.

Von Vanessa Fillis

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