Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Celle Stadt Adelsfamilie de Merode erhält Preis der DBV
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Adelsfamilie de Merode erhält Preis der DBV
19:23 05.05.2019
Von Svenja Gajek
Auszeichnung in der Celler Congress Union: Harald Müsse, Klaus Püttmann, Barbara Schock-Werner und Alexander zu Sayn-Wittgenstein-Sayn (außen) verleihen den Großen Preis der Deutschen Burgenvereinigung an Charles-Louis de Merode, Clotilde de Merode, Albert-Henri de Merode und Marie-Christine de Merode. Quelle: Kimberly Wojahn
Celle

CELLE. Das Schloss Merode im gleichnamigen Ortsteil der Gemeinde Langerwehe in Nordrhein-Westfalen am nördlichen Rand der Rureifel hat angeblich so viele Fenster wie Tage im Jahr und so viele Türme wie Monate. Doch neben dieser Legende glänzt der historische Bau vor allem mit äußerst engagierten Besitzern. Prinz Charles-Louis, seine Gattin Clotilde sowie der Sohn Prinz Albert-Henri mit Ehefrau Marie-Christine – alle aus dem Hause Merode – bekamen am Samstag im Europasaal der Congress Union den Großen Preis der Deutschen Burgenvereinigung (DBV) verliehen. Dieser Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Verein zum Erhalt und zur Erforschung von Burgen, Schlössern und Herrenhäusern

Die DBV wurde 1899 als „Vereinigung zur Erhaltung deutscher Burgen“ in Berlin gegründet und erhielt 1953 ihren heutigen Namen. Der aktuelle Untertitel „Burgen Schlösser Herrenhäuser – Erhalten Erforschen Erleben“ wurde auf der Mitgliederversammlung 2016 beschlossen und umschreibt die wesentlichen Inhalte der Arbeit. Der Verein ist die älteste private Initiative zur Erhaltung deutscher Denkmäler und trägt seit seiner Gründung zum Erhalt und zur Erforschung von Burgen, Schlössern und Herrenhäusern in ganz Deutschland bei. Seit 2013 ist Barbara Schock-Werner, Dombaumeisterin des Kölner Doms außer Dienst, die Präsidentin der DBV. Ihr Vorgänger ist Alexander zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, der heute als Ehrenpräsident der Stiftung der Deutschen Burgenvereinigung vorsitzt.

Zweimalige Zerstörung

Die Geschichte des Schlosses, das aufgrund seiner Außenanlagen fast schon als „Wasserburg“ bezeichnet werden könnte, hat eine wechselvolle Geschichte durchlebt. Die erste sichere Erwähnung geht bereits auf das Jahr 1170 zurück. Das Gebäude bekam sein heutiges Erscheinungsbild von Feldmarschall Jean Philippe Eugène de Merode-Westerloo zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Große Zerstörungen erfuhr das Schloss zum einen im Zweiten Weltkrieg, zum anderen bei einem Großbrand im Jahr 2000. Der Dachstuhl, ein Eckturm und das Privatarchiv des Schlosses fielen dem Brand zum Opfer. „Ich bezeichne diese Zeit gerne als meine Diplomarbeit“, scherzte der Architekt Prinz Albert-Henri bei seiner Dankesrede. Die Wiederaufbauarbeiten dauern bis heute an.

Drei wichtige Aspekte

Die Familie Merode hält sich an drei Punkte bei der Restaurierung und Erhaltung des Schlosses. „Es ist natürlich ein Familiensitz, das heißt, es muss modern sein“, erklärte der Prinz. „Aber auch das Dorf muss sich mit dem Haus identifizieren können, deswegen verfolgen wir eine karitative und soziale Nutzung. Nicht zuletzt gibt es bei uns Großveranstaltungen, wie unseren Weihnachtsmarkt, die die Bindung der Menschen an das Schloss stärken und über die wir natürlich auch Geld einnehmen können.“ Allein für dieses Jahr sei geplant, 150.000 Euro für die Renovierung der Fassaden auszugeben.

Sisyphosarbeit

Schock-Werner verglich die Erhaltung von Burgen und Schlössern mit dem Sisyphosmythos. „Wie bei der ewig währenden Strafe des Königs von Korinth ist die Arbeit kaum zu bewältigen und scheint kein Ende zu nehmen“, so die Architektin.

Sayn-Wittgenstein-Sayn hofft, dass der Preis andere Burgen- und Schlossbesitzer anspornen wird, etwas für den Erhalt ihres Erbes zu tun: „Was einmal verloren ist, bekommt man nicht mehr zurück.“

Celle Stadt Tag der Pressefreiheit - Über Fake News und Fakten

CZ-Lokalredakteur Christopher Menge sprach am Freitag am Hermann-Billung-Gymnasium vor einer neunten Klasse über seine Arbeit.

Svenja Gajek 05.05.2019

Die Stadt Celle möchte das Scheuener Zwergenhaus in einer neuen Kita in Groß Hehlen aufgehen lassen. Die Eltern sind besorgt.

Gunther Meinrenken 04.05.2019

Als "reinen Aktionismus" hatte die SPD die von Oberbürgermeister Jörg Nigge gestartete Rad-Offensive bezeichnet. Nun reagiert die CDU.

Gunther Meinrenken 04.05.2019