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Celle Stadt Busch läuft zu "Unabhängigen" über
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Busch läuft zu "Unabhängigen" über
21:04 06.07.2011
Von Michael Ende
Busch im Kreis seiner neuen Freunde Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

CELLE. Dass Grünen-Fraktionsvorsitzender Bernd Zobel gestern Abend lieber woanders als bei der Ratssitzung in der Congress Union gewesen wäre, daraus machte er keinen Hehl. "Die Tickets für das Frauenfußball-WM-Spiel zwischen Schweden und den USA hatte ich mir besorgt, lange bevor diese Sondersitzung angesetzt wurde", seufzte er. "Aber wenn Rat ist, dann ist nun mal Rat – da hilft alles nichts." So kam es, dass Zobel keine packenden Spielzüge auf dem grünen Rasen beobachten konnte. Stattdessen wurde im Rat Celler Polit-Taktik mit erfolgreichen und fehlgeschlagenen Vorstößen, Kontern, teils harten Zweikämpfen und dem einen oder anderen Foul geboten - über Strecken unterhaltsam, aber wenig begeisternd.

Wenig spannend war zum Beispiel die Frage der Mannschaftsaufstellung – speziell die der CDU. Würde Nachrücker Ralf Busch im Team von CDU-Fraktionschef Heiko Gevers mitspielen? Natürlich nicht: Busch, dessen Pressearbeit schon längst die "Unabhängigen" übernommen hatten und der sich bis zur Sitzung gegenüber der Stadtverwaltung nicht zu seiner Fraktionszugehörigkeit äußern wollte, nahm auf der Bank von "Unabhängigen"-Fraktionsführer Udo Hörstmann und dessen "Spielmacher" Wulf Haack Platz.

Neben Busch saß Frank Pillibeit, der für einen Eklat sorgte, als er am Rednerpult laut wurde. Er sagte, CDU und SPD wollte als "große Koalition der Verlierer" schnell noch Beschlüsse durchpeitschen, weil sie wüssten, dass sie nach dem 11. September "nichts mehr zu sagen" hätten, da sich dann die "Unabhängigen" "die Mehrheit geholt" hätten. "Nach der Kommunalwahl wird hier im Rat kein Stein auf dem anderen bleiben!", rief Pillibeit, der wegen seiner Kontakte zur rechten Szene aus der CDU entfernt worden war. Das drohende Auftreten Pillibeits in seinem braunen Anzug erinnere ihn an dunkelste Zeiten deutscher Geschichte, erwiderte Michael Bischoff (CDU): "Ihre Äußerungen passen nicht in die deutsche Politik seit 1949."

Beschlüsse wurden auch gefasst - etwa der, dass die neue Feuerwehr-Hauptwache im PPP-Verfahren auf dem Saarfeld gebaut werden soll. (Bericht folgt)