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Celle Stadt So liefen die Dreharbeiten zu "TodesCelle"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt So liefen die Dreharbeiten zu "TodesCelle"
12:16 05.11.2019
Kein Horrorfilm ohne Bösewicht: Audrey-Lynn Struck filmt Christian Link, dessen Kostüm auch eine Hommage an den Kultfilm "Der Wixxer" mit Oliver Kalkofe, Bastian Pastewka und Christoph Maria Herbst darstellt. Quelle: Benjamin Behrens
Celle

Oberbürgermeister Jörg Nigge ist auf seinen kurzen Gastauftritt in der CZ-Horrorkomödie „TodesCelle“ in den vergangenen Tagen mehrfach angesprochen worden. Dass sich der Rathauschef dafür nicht zu schade war, kam beim Publikum gut an. „Ein bisschen Schauspielerei gehört ja schließlich auch in der Politik ab und zu dazu“, sagte der 45-Jährige. Seinen Job im Rathaus will der Oberbürgermeister trotz der positiven Rückmeldungen aber nicht aufgeben. „Eine Profi-Karriere als Stuntman sollte ich demnach besser nicht anstreben“, fügte Nigge mit einem Augenzwinkern hinzu.

Dabei war der Oberbürgermeister beim Filmdreh vor dem Alten Rathaus zunächst etwas überrascht. „Eigentlich sollte ich hier nur durchs Bild laufen“, verriet er während einer Drehpause. Doch CZ-Redakteurin und Regisseurin Audrey-Lynn Struck hatte kurzerhand größere Pläne für ihren Gaststar: Er soll den maskierten Filmbösewicht entwaffnen, der mit einer Pistole herumfuchtelt.

Oberbürgermeister entwaffnet Bösewicht

„Sie brauchen nicht zimperlich zu sein“, sagte CZ-Redakteur Christian Link, der die lila Maske des Schurken trägt. Und der ehemalige Berufsoffizier Nigge packte gekonnt zu. Dreimal warf er den bösen Burschen zu Boden, bevor die Regisseurin endlich zufrieden war. Die letzte Einstellung schaffte es schließlich in die Endfassung des Films. „Die größte Herausforderung war tatsächlich, dabei ernst zu bleiben“, sagte Nigge. Er war nicht der einzige Darsteller, der sich während der Dreharbeiten ein Lachen verkneifen musste.

CZ-Redakteur Carsten Richter hat gut lachen. Er findet in dem Film zusammen mit Isabel Christian einen erstaunlichen Schatz. Quelle: Christian Link

Beim ersten längeren Filmprojekt der Celleschen Zeitung war das Improvisationstalent der Schauspieler gefragt. Ein richtiges Drehbuch gab es nicht, dafür hatte die Zeit nicht gereicht. Denn schließlich sollte die CZ-Gruselkomödie pünktlich zu Halloween im Internet erscheinen, und dem Filmteam standen insgesamt nur vier Wochen Zeit zur Verfügung – neben der ganz normalen Zeitungsproduktion. Für einen Film dieser Länge ist das natürlich viel zu wenig.

Filmdreh an zehn Schauplätzen

Die Idee für einen Horrorstreifen kam aus den eigenen Reihen. Bei dem einen oder anderen Anlass hatte es – nicht ganz ernst gemeint – Überlegungen gegeben, die Maschinen im Druckzentrum am Bremer Weg als Filmkulisse zu nutzen. Schließlich produziert die CZ seit Längerem regelmäßig auch Filmbeiträge für ihre Homepage oder den Facebook-Auftritt. Und die Macher der CZ-Internetserien „Hattis Woche“ und „Vier Pfoten zum Glück“ reizte die Herausforderung, abseits des Blickes auf die Nachrichtenlage auch einmal einen längeren Film zu drehen. Bei über 40 Stunden Drehzeit, fast doppelt so viel Zeit am Schnittrechner und der Koordination von 15 Schauspielern (teilweise in Doppelrollen) an zehn Schauplätzen sammelten die CZ-Redakteure viele praktische Erfahrungen.

CZ-Redakteurin Audrey-Lynn Struck zeigt Oberbürgermeister Jörg Nigge eine gerade gefilmte Szene. Quelle: Benjamin Behrens

Was ein Filmteam nicht vergessen darf: Wenn bei Dreharbeiten im öffentlichen Raum vermummte Gestalten und Schusswaffen auftauchen, muss das bei der Polizei angemeldet werden. Schließlich sollte bei den Aufnahmen in der Celler Innenstadt nicht dasselbe passieren wie bei einem unangemeldeten Videodreh in Faßberg. Dort war Ende Oktober die Polizei angerückt, weil die Dreharbeiten für ein Musikvideo auf eine Passantin wie ein echter Raubüberfall auf eine Spielhalle wirkten. Für die Kosten des Polizeieinsatzes muss der 20 Jahre alte Produzent aufkommen.

Celler Polizei war vorgewarnt

In Celle war die Polizei dagegen voll in die Produktion eingebunden. Die Polizeiinspektion stellte sogar einen Dienstwagen inklusive Uniform zur Verfügung. Zum Glück hatte Verkehrssicherheitsberater Karsten Wiechmann eine passende Jacke für Filmkommissar Benjamin Behrens im Schrank. „Die hat sogar noch ihr Etikett, weil er immer seine gelbe Jacke trägt“, verriet Polizeisprecherin Birgit Insinger, die beim Dreh vor der Polizeiwache an der Jägerstraße beratend zur Seite stand.

Kalli Struck bekommt Regieanweisungen von CZ-Redakteurin Audrey-Lynn Struck. Quelle: Christian Link

Zum Erfolg des Films, der bei Facebook in der ersten Woche bereits rund 20.000 Menschen erreichte, trugen auch der bekannte Celler Gastronom Hatti Kizilyel und Kalli Struck vom gleichnamigen Recyclinghof in Hambühren bei. Letzterer stellte neben seinem Schrottplatz auch seine Praxiserfahrung zur Verfügung, die er beim Kinofilm „Schrotten!“ gesammelt hatte.

Neben bekannten Gesichtern tauchen in „TodesCelle“ auch viele bekannte Schauplätze auf. Cineasten werden die Kammerlichtspiele wiedererkennen, eingefleischte Celler die Fahrradpumpe vorm Alten Rathaus. Das Welfenschloss ist natürlich auch mit von der Partie sowie Top-Aufreger Nummer 1: der Nordwall und die dazugehörige Sporthalle des MTV Eintracht Celle, in der es zum Showdown zwischen Gut und Böse kommt.

Worum geht es in "TodesCelle" überhaupt?

Orientierungslos wachen vier Menschen mitten in der Nacht an vier unheimlichen Schauplätzen in Celle auf. Noch ehe sie den Ort genauer unter die Lupe nehmen können, erhalten sie alle einen unheimlichen Telefonanruf – ein sonderbarer Bösewicht (Christian Link) erteilt ihnen einen ebenso sonderbaren Auftrag: Innerhalb einer Stunde müssen sie ein goldenes Dreieck finden, das sich irgendwo in ihrer Nähe befindet. Fliehen sie, sterben sie. Scheitern sie, sterben sie. Und nicht nur das: Als zusätzliches Druckmittel hat der Möchtegern-Wixxer eine Geisel (Isabel Christian) entführt.

Grusel im Druckzentrum am Bremer Weg: Drei Killer-Clowns betreten die Szene. Quelle: Christian Link

Nicht alle Entführten sind von dem Ernst der Lage überzeugt. Während Michael (Michael Ottinger) kurzerhand die Polizei einschaltet und aus einer Tiefgarage zu fliehen versucht, hat Tim (Tim Fischer) nur eines im Kopf: sein bevorstehendes Date, zu dem er auf keinen Fall zu spät kommen möchte. Nur Katharina (Katharina Baumgartner) sucht voller Angst den Schrottplatz nach dem Dreieck ab und hat schon bald wie ihr Bekannter Carsten (Carsten Richter) mit einer ganz realen Bedrohung zu kämpfen.

Wer Horrorfilme zu gruselig findet, kann aufatmen: Bei der CZ-Gruselkomödie steht der Humor im Vordergrund. Anstelle von viel Kunstblut setzt CZ-Redakteurin und Regisseurin Audrey-Lynn Struck auf fetzige Musik und ungewöhnliche Kontraste.

Das Celler Land als Filmkulisse

Der Heideschulmeister Uwe Karsten: In Anlehnung an den gleichnamigen Roman von Felicitas Rose entstand 1933 der Film "Der Heideschulmeister Uwe Karsten" in Müden und Eversen. Bekannte Leinwandgrößen wie Paul Henckels und Marianne Hoppe sorgten damals für einen Hauch von Hollywood in der Lüneburger Heide.

Oppershausen als exotische Kulisse: Im Programmheft für den Film "Kongo-Express" wirkt das Celler Land wie Afrika.

Kongo-Express: 1939 verwandelte sich ein Teil der Bahnstrecke Celle–Hannover in das tropische Afrika. Auf einem Streckenabschnitt beim stillgelegten Bahnhof in Offensen wurden Außenaufnahmen für den Abenteuerspielfilm „Kongo-Express“ gedreht. Der Streifen mit Marianne Hoppe war ein echter Kassenschlager.

In Celle brillierte Robert Atzorn Anfang der 1990er Jahre als liebenswerter Hauptdarsteller der TV-Serie „Unser Lehrer Dr. Specht“. Quelle: novafilm/Berlin

Unser Lehrer Dr. Specht: Robert Atzorn begeisterte Anfang der 1990er Jahre als liebenswerter Hauptdarsteller in der ZDF-Serie „Unser Lehrer Dr. Specht“. In der ersten Staffel unterrichtet er im Wilhelm-Busch-Gymnasium zu Celle, bei dem es sich in Wirklichkeit um das KAV-Gymnasium handelte.

Kalli Struck (von rechts) zusammen Anna Bederke, Lukas Gregorowicz und  Max Zähle bei der Preview für den Film "Schrotten!". Quelle: Alex Sorokin

Schrotten!: Regisseur Max Zähle, der gebürtig aus Celle kommt, kehrte 2016 für seinen Debütfilm "Schrotten!" in seine Heimatstadt zurück. Ein Großteil des Filmes wurde auf dem Hambührener Recyclinghof von Kalli Struck gedreht, der selbst einen kleinen Gastauftritt hatte.

Julia Dordel spielt die Heldin in dem Horrorfilm "The Bitter Taste", der auch in Wietze gedreht wurde. Quelle: Gemeinde Wietze

The Bitter Taste: Ein Team von deutschen, amerikanischen und britischen Crew- und Castmitgliedern war in diesem Frühjahr auch im Wald bei Wietze unterwegs. Unter der Regie von Guido Tölke entstand das actionreiche Low-Budget-Projekt „The Bitter Taste“ mit Julia Dordel.

Von Christian Link und Audrey-Lynn Struck

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