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Celle Stadt Baum an Baum – ein Bienentraum
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Baum an Baum – ein Bienentraum
06:00 17.05.2019
Von Benjamin Behrens
Eine sogenannte Klotzbeute hängt an einem Baum auf dem Firmengelände von Holzwerk an der Schackstraße. Die seit dem Mittelalter bekannte Bienenbehausung ist heute nur noch in Asien verbreitet. Quelle: Benjamin Behrens
Neuenhäusen

Geräumige Dachgeschosswohnung, viel Echtholz, schöner Ausblick, nur aus der Luft erreichbar – so oder ähnlich würde wohl eine Annonce für das lauten, was auf dem Gelände der Firma Holzwerk an der Breiten Straße an einem Baum hängt: Ein großer ausgehöhlter Stamm ist mit Ketten und Seilen an einem Baum fixiert. In luftiger Höhe thront er so auf einer Astgabel, Bambus verschließt die Öffnung. Die kuriose Konstruktion hat ihren Sinn – und bietet Bienen ein Zuhause.

Bienenbehausung seit dem Mittelalter bekannt

Klotzbeute nennt sich diese Art der Behausung. Sie gehört zu den ältesten künstlichen und transportablen Bienenwohnungen. "Der Ursprung der Bienennutzung war die Honigjagd, das heißt, wildlebende Bienenvölker wurden vom Menschen ausgeraubt", sagt Werner von der Ohe, Leiter des Bieneninstituts Celle. Seit Beginn der Steinzeit wisse der Mensch den Honig zu nutzen. "In unserer Region haben die Bienen vorwiegend in Bäumen genistet", so von der Ohe. "Bei diesen Klotzbeuten ist der Mensch auf die Idee gekommen: Wenn die Bienen eh so nisten, können sie es auch in Bäumen, die ich präpariert habe", sagt von der Ohe. Seit dem Mittelalter wird die Behausung verwendet.

Nachwuchsimker auf dem Weg zum Experten

Holzwerk-Chef Jörg Reinstorf und sein Sohn Friedel haben sich auch für diese Variante entschieden. Über Ulrich Beckmann, einen befreundeten Berufsimker, kam der Elfjährige auf die Idee, mehr aus seinem Taschengeld zu machen. Für einen Freundschaftspreis überließ der Imker Friedel zwei Bienenvölker. "Erst hatten wir die Völker ganz klassisch gehalten", sagt Reinstorf. Der erfahrene Imker schaute Friedel über die Schulter. Der Junge kümmerte sich um die Insekten und entdeckte so die Freude am Hobby. Aktuell besucht er einen Anfängerkursus für Imker am Bieneninstitut.

Bis zur fertigen Behausung brauchte es viele Arbeitsschritte.

Seit Sommer 2018 hängt die Klotzbeute am Baum – die Tiere sollten eine ursprünglichere Behausung bekommen. "Ich habe sie gebaut", sagt Zimmermeister Reinstorf. "Wir haben dort ein Volk von 40.000 Tieren reingesetzt", so der Handwerker. Leider haben die Tiere den letzten Winter nicht überstanden. "Es kann sein, dass das Volk zu schwach war. Sie mussten ja alles selber machen", so der Zimmerer weiter. Für Imker wie Biene komfortable Holzrahmen, an denen sie die Waben bauen, das gibt es in dem Stamm nicht. Inzwischen ist der Stamm wieder von einem neuen Volk bewohnt, den Tieren geht es gut. "Die Kontrolle macht Friedel jetzt schon allein", sagt Reinstorf mit Stolz. Auch Imker Beckmann hat Lob für seinen Zögling: "Er macht das super und ist sehr interessiert."

So können sie etwas für Bienen tun

Wer jetzt auf die Idee kommt, einem Bienenvolk mit einer Klotzbeute im Garten Lebensraum zu bieten, den möchte von der Ohe warnen. "Wer Bienenvölker halten will, muss Imker werden." Hat sich ein Volk angesiedelt, müsse man es auch betreuen. "Das heißt, man muss dafür sorgen, dass sie genügend Nahrung haben", betont von der Ohe. Auch auf Befall mit der sogenannten Varroamilbe ist zu achten. Die Schädlinge bedrohen nicht nur das Volk selbst, sondern könnten von betroffenen Bienen auch in andere Völker eingeschleppt werden und diese infizieren. Stattdessen sollte man lieber Blühflächen anlegen, damit die Tiere Nahrung finden. In der Erde nistende Arten freuen sich über einen ungestörten Sandhaufen.

Auch die Gewerkschaft Verdi verlangt, die Belegschaft des AKH stimmberechtigt im Aufsichtsrat zu beteiligen.

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