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Celle Stadt Obstbäume: Jetzt beginnt das große Pflanzen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Obstbäume: Jetzt beginnt das große Pflanzen
14:00 08.11.2019
Von Maren Schulze
Eine „Celle blüht auf“-Aktion wird abgeschlossen: Gestern holten die ersten stolzen Obstbaumbesitzer Pflaume, Kirsche und Co. auf dem Gelände des Grünbetriebs der Stadt Celle ab. Quelle: Maren Schulze
Celle

Celle. Die Mitarbeiter des Grünbetriebs der Stadt Celle haben alles generalstabsmäßig organisiert. Allen voran Steffen Müller, der als „Herr der Listen“ im Vorfeld den Überblick hatte. Am Freitagmorgen fiel dann der Startschuss dafür, dass 1300 Obstbäume im Rahmen von „Celle blüht auf“ den Besitzer wechseln. „Die ersten Abholer waren schon um 7.30 Uhr hier“, sagt Sven Barner, Fachdienstleiter des Grünbetriebs. Auch heute noch können diejenigen, die sich um einen Obstbaum bei der Stadt Celle beworben und eine Zusage bekommen hatten, ihren kostenlosen Baum abholen. „Die Bäume sind gestern geliefert worden und sind wurzelnackt, das heißt, sie müssen nun schnell in die Erde“, weiß Barner.

"Jetzt im Herbst ist die ideale Pflanzzeit für Obstbäume", weiß Sven Barner, Fachdienstleiter des Grünbetriebs der Stadt Celle. Quelle: Maren Schulze

Da jetzt aber die ideale Pflanzzeit ist – kein Problem. Auch nicht für die Glücklichen, die bereits gestern ihren Baum abholten. Etliche wollten ihn noch am selben Tag in die Erde bringen. Knifflig wurde es da schon eher beim Abtransport.

Beim Cabrio von Jacqueline-Belinda Dümeland ist gibt es gar kein Platzproblem – höchstens etwas frisch. Quelle: Maren Schulze

Denn die erfreuliche Größe von Äpfeln wie „Celler Dickstiel“, „Freiherr von Berlepsch“, „Horneburger Pfannkuchen“, Birnen wie der „Gräfin von Paris“, Hauszwetschge, Nancy-Mirabellen, sowie Süß- und Sauerkirschen ließ so manchen Abholer kreativ werden. Während einige dann doch lieber einen Hänger holten, verstauten andere ihren Baum quer durch den Kleinwagen, ließen ihn aus Schiebedächern ragen oder fuhren im November Cabrio. Auch per Rad wurden einige Bäume abgeholt. Passt alles.

Die Ausgabe lief wie am Schnürchen, doch die erfreuliche Größe der Bäume stellte so manchem Abholer eine knifflige Aufgabe – wie passt das Gewächs ins Auto? Heike Kirscht hat die zündende Idee – durchs Schiebedach passt es.   Quelle: Maren Schulze

Vier auf einen Streich verluden Steffen und Walter Kruse aus Becklingen fachmännisch auf ihren Hänger. Später sollte zu der Mirabelle, dem Apfel, der Zwetschge und der Kirsche noch eine Esche aus der Baumschule kommen und am Freitagnachmittag dann mit der ganzen großen Familie gepflanzt werden.

Steffen und Walter Kruse aus Becklingen haben Großes vor - gleich vier Bäume wollen sie pflanzen. Birne, Apfel, Zwetschge und Mirabelle werden sie noch mit einer großen Esche aus der Baumschule ergänzen. Quelle: Maren Schulze

Rolf Klindworth aus Wietzenbruch freut sich über eine Hauszwetschge. „Ich habe bereits mehrere Obstbäume im Garten, aber bislang keinen mit schönen großen Zwetschgen.“ Vielleicht kann er in den kommenden Jahren schon einzelne Früchte ernten. „Eine volle Ernte gibt es bei hochstämmigen Obstbäumen meist erst nach sieben Jahren“, weiß Anke Puschmann von der Stadt Celle. Ein Projekt also, das wie alles, was mit Bäumen zu tun hat, auf Nachhaltigkeit und mehrere Generationen angelegt ist.

Rolf Klindworth freut sich über eine Hauszwetschge. Quelle: Maren Schulze

Deswegen passt es auch gut zur Stiftung Life, durch deren finanzielles Engagement die Aktion möglich wurde. Jürgen Gessner engagiert sich mit seiner Stiftung Life, deren Wurzeln in Celle liegen, weltweit für soziale Projekte und den Schutz der Umwelt. 20.000 Euro hat Gessner für die Aktion zur Verfügung gestellt. Aufgrund der hohen Nachfrage hat die Stadt Celle weitere 5000 Euro aufgestockt. Der Sponsor freut sich über den Erfolg: „Das ist wirklich klasse. Ich könnte mir vorstellen, dass wir die Obstbaum-Aktion im nächsten Jahr wiederholen.“ Hanssen ist derselben Meinung: „Warum nicht? Wir wären dabei.“

Am Empfang wurden Namen abgehakt und bunte Schildchen mit der Obstbaumsorte zur Abholung ausgegeben. Eva Stock und Markus Poensgens vom Grünbetrieb hatten alles perfekt im Griff. Quelle: Maren Schulze

Abholung: Wer seinen Baum noch nicht abgeholt hat, kann dies am Samstag, zwischen 8 und 12 Uhr sowie von 12.30 bis 16 Uhr, auf dem Betriebshof des Grünbetriebes der Stadt Celle an der Lüneburger Straße 66 noch tun.

Eine „Celle blüht auf“-Aktion wird abgeschlossen: Gestern holten die ersten stolzen Obstbaumbesitzer Pflaume, Kirsche und Co. auf dem Gelände des Grünbetriebs der Stadt Celle ab.

So wird gepflanzt

Standortfragen

Bevor Sie einen oder mehrere Obstbäume pflanzen, sollten Sie den Standort genau festlegen. Wie groß wird der Baum? Ist genug Platz zum Nachbargrundstück? Obstbäume sind auch herrliche Blütenbäume, die durchaus an exponierten Stellen zu einem Gartenschmuckstück heranwachsen können. Eine Skizze hilft beim Abschätzen der richtigen Proportionen.

Stimmen die Standortbedingungen? Auf sonnenreichen Standorten wird das Fruchtaroma, der Vitamingehalt, die Fruchtfärbung und die Ausreife gefördert. Optimal sind lockere, humose Böden, die sich leicht erwärmen. Bessern Sie staunasse und verdichtete Böden deshalb vor einer Pflanzung gründlich auf.
Achten Sie auf robuste Obstsorten, die ohne regelmäßigen Pflanzenschutz bestehen können.

Befruchtungsverhältnisse

Viele Sorten sind selbstunfruchtbar. Das Vorhandensein passender Sorten erhöht den Ertrag deutlich. Wir, Ihre GartenBaumschule, beraten Sie gerne.

Angebotsformen: Für jede Garten- und Terrassengröße bieten wir die passende Angebotsform. Büsche von Apfel und Birne auf schwach wachsenden Unterlagen beispielsweise werden oft zu Spalieren an der Hauswand mit etagenförmigem Aufbau oder als freistehende Fruchthecke erzogen. Säulenformen ohne Seitenverzweigung eignen sich besonders gut für eine Kübelkultur. Halb- und Hochstamm sind auf stark wachsenden Unterlagen veredelt und brauchen entsprechende Standräume.

Wurzelnackte Obstbäume

Wurzelnackte Pflanzware ist die ursprünglichste Angebotsform für Obstbäume. Wurzelnackt bedeutet, dass die Wurzeln nackt und ohne Erde angeboten werden. Diese Pflanzware ist die preiswerteste Angebotsform für Obstgewächse. Vor allem wenn Sie größere Stückzahlen pflanzen möchten, ist die Ersparnis ein Argument beim Kauf. Pflanztipp: Schützen Sie die empfindlichen Wurzeln der Bäume vor Austrocknung durch Sonne oder Wind. Schneiden Sie beschädigte Hauptwurzeln bis zur Bruchstelle ab.

Container-Bäume

Container-Bäume, die in einem Kunststoffbehältnis kultiviert wurden, haben einen festen Wurzelballen. Sie wachsen in der Regel leichter als ein wurzelnackter Baum ohne Erde an.

Pflanzzeiten

Wurzelnackte Obstbäume von beispielsweise Apfel, Birne, Pflaume und Kirsche können Sie vom Herbst bis zum Frühjahr pflanzen. Bei sehr wärmebedürftigen Arten wie Nektarine, Aprikose und Pfirsich empfiehlt sich die Frühjahrs- bzw. Sommerpflanzung. Ein problemloses Anwachsen kann nur funktionieren, wenn sich die Bäume im Zustand absoluter Winterruhe befinden. Deshalb ist die Pflanzzeit wurzelnackter Ware in der Regel Anfang Mai beendet. Bei sehr wärmebedürftigen Arten wie Nektarine, Aprikose und Pfirsich empfiehlt sich die Frühjahrspflanzung. Obstpflanzen im Container können, bis auf Perioden mit Bodenfrost, das ganze Jahr gepflanzt werden. Bei sehr wärmebedürftigen Arten wie Nektarine, Aprikose und Pfirsich empfiehlt sich die Frühjahrs- bzw. Sommerpflanzung.

Pflanzung

Pflanzloch: Das Pflanzloch für Ihren Obstbaum sollte mindestens anderthalbmal so tief und breit sein wie das Wurzelwerk oder der Pflanzballen. Die Sohle sollte mit der Grabegabel etwas aufgelockert werden. Bessern Sie die Pflanzstelle mit einer guten Pflanzerde oder Gartenkompost auf, den Sie dem Aushub beimischen. 

Düngung: Bei der Pflanzung im Frühjahr kann noch ein Mehrnährstoffdünger mit Langzeitwirkung hinzu gegeben werden. 

Im Herbst gepflanzte Bäume sollten nicht mehr gedüngt werden, lediglich eine Handvoll Hornspäne kann mit in das Pflanzloch.

Pfahl: Scheinbar bieten selbst mannshohe Halb- und Hochstämme nach dem Pflanzschnitt dem Wind kaum Angriffsfläche. Dieser Eindruck täuscht. Beim Einpflanzen des Baumes ist eine zusätzliche Verankerung im Boden sehr sinnvoll, denn Bäume neigen in den ersten Standjahren schon bei leichtem Wind zum Umfallen. Fixieren Sie Ihren Baum deshalb unbedingt mit einem Pfahl. Um die Baumwurzeln nicht zu verletzten, schlagen Sie ihn vor dem Einstellen des wurzelnackten Baumes in die vorbereitete Pflanzgrube entgegen der Hauptwindrichtung (meistens Westen) ein.

Bei einem Container-Obstbaum wird der Pfahl schräg eingeschlagen, um den Pflanzballen nicht zu beschädigen.

Einstellen: Stellen Sie den Baum in das Pflanzloch. Richten Sie ihn möglichst senkrecht aus. Idealerweise hält ein zweiter Helfer den Baum fest, während Sie die aufgebesserte Aushuberde einfüllen.

Pflanzhöhe: Wichtig ist die richtige Pflanzhöhe. Die knollenartige Verdickung an der Stammbasis, die sogenannte Veredlungsstelle, muss sich nach dem Pflanzen 8 bis 10 Zentimeter über dem Boden, also etwa handbreit, befinden. Sie darf nach dem Pflanzen nicht mit Erde bedeckt sein! Sonst besteht die Gefahr, dass der Baum an der Veredlungsstelle Wurzeln bildet und die Unterlage überwächst.

Antreten: Füllen Sie nun die restliche Pflanzerde ein. Durch Rütteln und leichtes Anheben des Baumes sorgen Sie dafür, dass keine großen Hohlräume entstehen. Treten Sie die Erde mit dem Absatz fest an.

Gießwall: Ein etwa fünf Zentimeter hoher Erdwall um das Gehölz herum verhindert, dass das Gießwasser ungenutzt abläuft. Wässern Sie immer ausgiebig an, auch wenn es regnet.

Anbinden: Mit Kokosstricken fixieren Sie den Baum sicher, aber nicht zu fest am Pfahl. Eine lockere Anbindung verhindert Spannungen auf der Rinde, falls der Baum sich noch senkt. Die Verknotung ist später immer wieder regelmäßig zu kontrollieren, die Schnur darf nicht einwachsen.

Baumscheibe: Gönnen Sie Obstgehölzen auf Rasenflächen eine offene Fläche (Baumscheibe) rund um den Stamm, die eventuell auch mit Mulchmaterial bedeckt werden kann.

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