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Celle Stadt „Celle ist uns lieb und teuer“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Celle ist uns lieb und teuer“
15:08 19.07.2011
Von Ralf Leineweber
Fischessen der Altstädter Schützen 2011 Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

Er ist selbst aktiver Schütze und war im Jahr 2001 König in seiner Heimatgemeinde Bad Bederkesa. Davon und von der Bedeutung der Stadt Celle für die Landesregierung in Hannover berichtete Ministerpräsident David McAllister am Sonnabend rund 330 Gästen beim traditionellen Fischessen der Altstädter Schützengilde in der Congress Union.

„Wenn Sie ein wirklich Großer werden wollen, müssen Sie Schützenkönig werden“, rief McAllister Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende zu. Er erinnerte sich, wie er vor zehn Jahren nach seinem „goldenen Schuss“ auf den traditionellen Holzvogel beim Schützenfest in Bad Bederkesa („Ein metaphysisches Erlebnis sechs Wochen vor der Kommunalwahl – ich glaube nicht an Zufälle“) selbst von Schützen mit SPD-Parteibuch auf Händen getragen und auf offener Straße als „Majestät“ angesprochen worden sei.

McAllister unterstrich, dass ihm das Schützenwesen sehr am Herzen liege – „weil die Schützenvereine mit ihrem Brauchtum und ihrer Traditionspflege Eckpfeiler von Heimatbewusstsein und niedersächsischer Lebensart sind“. Und Celle sei geradezu die Hauptstadt des niedersächsischen Schützenwesens, so der Ministerpräsident, wenn auch Hannover dieses Prädikat gern für sich reklamiere.

Und dann versuchte McAllister, der am Sonnabend auf das zeitgleich stattfindende Schützenfest in seiner Heimat verzichtet hatte, um die Fischrede in Celle halten zu können, sich „der kleinen und großen Politik über jene wechselwarmen, immer oder fast immer im Wasser lebenden Wirbeltiere zu nähern, denen dieser Abend seinen Namen verdankt“. So bekannte er, bei Landtagssitzungen beobachtet zu haben, dass sich einige seiner Kollegen Eigenschaften bestimmter Fischarten erstaunlich gut angeeignet hätten: „Ich denke dabei an das Schlafen mit offenen Augen“, so der Ministerpräsident. Und wenn es denn tatsächlich so sei, dass der Beruf des Politikers ein einziges Haifischbecken sei, in dem der größte Fisch den kleineren fresse, so sei auch nachvollziehbar, warum die hiesigen CDU-Bundestags- und Landtagsabgeordneten von der Körperfülle her zugelegt hätten.

An die Kommunalpolitik gerichtet äußerte McAllister den Wunsch, auch als „schwarzer Ministerpräsident“ künftig Einladungen aus dem Rathaus zu erhalten – „schließlich ist uns in Hannover Celle lieb und teuer“. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die laufende Sanierung des Schlosses, aber auch der „noch in diesem Jahrhundert bevorstehenden“ Fertigstellung des zweiten Bauabschnittes der Ostumgehung sehe er mit Spannung entgegen.

Einen konkreten Vorschlag hatte er dann noch für die FDP parat: „Wenn Sie dafür sorgen, dass Schützenkönige wie im Mittelalter von der Steuer befreit werden, schaffen Sie auch die Fünf-Prozent-Hürde“, rief McAllister dem liberalen Ratsherrn Andreas Mercier zu. Nicht erst jetzt war ihm der Beifall der Anwesenden sicher.