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Celle Stadt Celler Bieneninstitut sucht Ölkäfer
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Bieneninstitut sucht Ölkäfer
17:56 31.07.2011
Gesucht: der Schmalflügeligen Pelzbienen-Ölkäfer. Quelle: nicht zugewiesen
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Der Käfer mit dem langen Namen ist in seiner Entwicklung nämlich von erd- und mauernistenden Wildbienen abhängig. In den Kolonien von Honigbienen hat er jedoch keine Chance.

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"Während der Käfer früher vereinzelt nur in der Rheinebene gefunden wurde, ist er mittlerweile seit 2005 auch in Celle gesichtet worden,“ erklärt Werner von der Ohe, Leiter des Instituts. Zur Zeit rätseln Experten, warum der Käfer sich ausbreitet. Sitaris muralis – so sein wissenschaftlicher Name – hat eine besondere Vermehrungsstrategie. Die Larven entwickeln sich parasitisch in den Nestern von Einsiedlerbienen. Im Frühjahr klammern sie am ausfliegenden Bienen-Männchen fest, wechseln bei der Paarung auf das Weibchen und lassen sich von diesem ins Nest tragen. Dort vertilgen sie Pollen, Nektar und Bieneneier und entwickeln sich zu Käfern. Zu dieser Jahreszeit schlüpfen die Käfer und sind auch in „Stadtbiotopen“ zu finden – wie an regengeschützten und sonnenexponierten Hauswänden oder unter Balkonen.

Da die Nistplätze von Einsiedlerbienen zu einem großen Teil aus unserer Kulturlandschaft verschwunden sind, waren Funde des Käfers bislang selten. Wie alle Ölkäfer steht er deshalb auf der Roten Liste der bedrohten Arten.

Das Bieneninstitut bittet darum, alle Sichtungen – möglichst mit Foto des Käfers – an Johannes Lückmann unter ☏ 0176-50435121 oder per Mail unter sitaris@t-online.de zu melden.

Von Christian Uthoff