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Celle Stadt Celler Sommelier fährt zur Wein-WM nach Südafrika
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Sommelier fährt zur Wein-WM nach Südafrika
10:25 24.06.2010
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„Ich bin die deutsche Nationalmannschaft für Südafrika“, sagt Sebastian Wilkens. Der 27-jährige Celler spielt dabei nicht auf seine Qualitäten mit dem Ball am Fuß an, sondern mit der Flasche Wein in der Hand. Wilkens, Chefsommelier und Maître im Restaurant „Endtenfang“ im Fürstenhof, bestreitet am 15. Oktober im südafrikanischen Stellenbosch das Finale des Sommelier World Cup. Als deutscher Vertreter tritt er gegen die Teilnehmer aus Belgien, den Niederlanden, Dänemark, Schweden, Finnland, Norwegen, Großbritannien, Südkorea, den USA, Kanada und Russland an. Der südafrikanische Exportverband Wines of South Africa hat den Wettbewerb im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft erstmals ausgeschrieben. „Die südafrikanischen Weine sollen vermarktet werden. Südafrika ist durch die verschiedenen Klimazonen als Weinland sehr spannend. Entgegen aller Vorurteile gibt es dort nicht nur schwere Weine, sondern ebenso elegante, filigrane Weißweine“, sagt Wilkens, der im „Endtenfang“ als Herr über mehr als 600 Weinsorten seit sieben Jahren die Gäste bei der Weinauswahl berät. Südafrika ist seit drei Jahren sein „Spezialgebiet“ – seitdem er dort einen Urlaub verbrachte und 44 Weingüter in zehn Tagen besuchte. Wilkens qualifizierte sich auf Schloss Vollrads im hessischen Rheingau als Landessieger für das Finale in Südafrika: im Halbfinale setzte er sich gegen die beiden Konkurrenten aus Berlin und München durch. „Ich gehe nicht vom Titel aus, aber unter die Top drei zu kommen, wäre sehr zufriedenstellend“, so Wilkens, der darauf baut, dass die älteren Konkurrenten ihn wegen seines Alters unterschätzen. Der IHK-geprüfte Sommelier und Absolvent der Sommelierschule Berlin hat bereits Titel errungen: 2008 wurde er Nachwuchssommelier des Jahres. 2009 holte er den Vizemeistertitel der Jungsommeliers beim Internationalen Wettbewerb der Chaîne des Rôtisseurs. Nun beginnt für ihn die intensive Trainingsphase für die Endrunde. Telefonisch holt er sich Tipps und Tricks beim Veranstalter ein. Da das Unternehmen eWine – ein großer Importeur südafrikanischer Weine – in Celle sitzt, kann er dort viele Weine verkosten. Im Finale wird er sie blind erkennen müssen. Neben dem Lernen für den Theorieanteil der WM-Prüfung vertieft er vor allem seinen englischen Wortschatz, um auch im Service-Teil glänzen zu können.

Von Paul Gerlach