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Celle Stadt Celler Storch in Tierklinik
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Storch in Tierklinik
17:01 22.07.2016
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

Grund für den Klinikaufenthalt des Tieres ist eine Deformation des Schnabels, die wahrscheinlich angeboren ist. Der Jungstorch, der in Leiferde zögerlich wieder angefangen hat zu fressen, kann dadurch möglicherweise nicht mehr Heuschrecken, die typische Nahrung in Afrika, aufnehmen und wäre so dem Hungertod geweiht. "In der Tierärztlichen Hochschule will man nun versuchen, den Schnabel wieder gerade zu strecken. Das könnte funktionieren, schließlich wächst das Tier noch." So könnte sich das für den Storch furchtbare Erlebnis mit dem Heißluftballon sogar noch als Glücksfall für ihn erweisen. Denn sonst wäre die Deformation des Schnabels wohl nie entdeckt worden.

Unterdessen kursieren in sozialen und anderen Medien unterschiedliche Versionen der eigentlich recht schönen Rettungsgeschichte. Für Zündstoff sorgt vor allem die Information, wonach Betrunkene, die vom Schützenplatz gekommen seien, den Storch noch durch die Fritzenwiese gejagt hätten. Insbesondere ein Anwohner mit Behinderung, der sich an der Rettungsaktion beteiligt hatte, fühlt sich dadurch persönlich angegriffen und beleidigt.

Die Version mit den Betrunkenen wurde von Heidi Welle, Tierheimleiterin des Vereins aktiver Tierfreunde, die den Storch eingefangen hatte, verbreitet. "Als ich in die Fritzenwiese kam, waren dort auch Jugendliche. Die haben sich ruhig verhalten. Zwei ältere Herren berichteten mir allerdings, dass andere, die angetrunken gewesen seien, den Storch gejagt hätten", so Welle, der es leid tut, dass es zu solchen Missverständnissen gekommen sei. Es ist also durchaus wahrscheinlich, dass es sich um zwei vollkommen unabhängige Ereignisse handelt und die Anwohner überhaupt nicht gemeint waren.