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Celle Stadt Celler Tierheime schlagen Alarm
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Tierheime schlagen Alarm
14:34 29.03.2018
Von Dagny Siebke
Quelle: Christian Link
Celle Stadt

Die beiden Celler Tierheime geben jedem Vierbeiner eine warme und trockene Unterkunft inklusive Verpflegung auch an Sonn- und Feiertagen. Kein Tier wird auf der Straße sitzen gelassen. Einige Tierpfleger und viele Ehrenamtliche kümmern sich um Fund- und Abgabetiere von der Agame bis zur Ziege. Zudem füttern und kastrieren sie frei lebende Katzen. Im Notfall nehmen sie kurzfristig Hunde aus dem illegalen Welpenhandel auf oder managen Hochwasser-Katastrophen.

Kampagne der Tierschützer: Deutschlandweit macht der Tierschutzbund auf die Misere der Tierheime aufmerksam: "Aus finanziellen Gründen werden immer mehr Tiere abgegeben. Die Tiere bleiben immer länger in den Tierheimen und die Kosten steigen dadurch dramatisch." Wenn die Kommunen die Tierschützer nicht bald unterstützten, drohte allen 519 Tierheimen innerhalb der nächsten 16 Monate die Insolvenz. Die Institutionen seien dringend auf Spenden und Mitgliedschaften angewiesen.

Details gibt es am Samstag: "Wir hangeln uns von Monat zu Monat", betont Schriftführerin Brigitte Gowitzke vom Trägerverein des Tierheims in Vorwerk. Der Vorstand ist noch dabei, Fehler aus der Vergangenheit gerade zu rücken: zum Beispiel hinsichtlich alter Arztrechnungen oder des Baus der Katzenquarantäne, der sich seit Jahren hinzieht. Genaue Zahlen zur aktuellen Situation wird die Vereinsvorsitzende Cornelia Hardt am Samstag um 18 Uhr bei der Andachtsreihe "Wunde Punkte" im Tierheim nennen.

Auch Waldtierheim betroffen: "Bei uns sieht es nicht viel besser aus", unterstreicht Heidemarie Welle vom Waldtierheim in Altencelle. "Es ist wirklich schlimm. Viele Tiere, die alt oder krank sind, werden einfach abgeschoben." Doch als privater Verein erhalte das Waldtierheim kein Geld für Fundtiere. Die Tierheimleiterin erläutert: "Wir können das den Kommunen nicht in Rechnung stellen."

Zum Beispiel wurde bei Heidemarie Welle schon ein ganzer Haufen von Kaninchen abgegeben. "Die wären sonst ins Feld gestellt worden", erzählt sie. Trotz des finanziellen Elends lehne die Tierheimleiterin nur die wenigsten Notfälle ab. "Das bringe ich nicht übers Herz", betont sie. Gerne würde das Waldtierheim den Hundezwinger erneuern. Doch wegen leerer Töpfe müsse der Trägerverein immer abwägen. "Wir können nur das eine oder das andere tun. Sonst fehlt uns das Geld an anderer Stelle", erklärt Welle. So sei der "Verein aktiver Tierfreunde" froh gewesen, noch für die nächsten zwei Jahre planen zu können.

Kommunen in der Pflicht? Der "Deutsche Tierschutzbund" fordert die Kommunen auf, die Kosten für den erteilten Arbeitsauftrag zur Unterbringung von Fundtieren vollständig zu bezahlen. Die Tierschützer schlagen vor, ein Teil der gezahlten Hundesteuer wieder Tieren zugutekommen zu lassen. Zudem wollen die Lobbyisten einen deutschlandweiten Investitionstopf von 50 Millionen Euro für die Instandsetzung der Tierheime.

Kreis übernimmt gesamten Anteil: Dazu erläutert Landkreis-Sprecherin Manuela Gollnisch: "Der Landkreis übernimmt als freiwillige Leistung seit Langem für die gesetzlich eigentlich zuständigen Gemeinden im Kreisgebiet den gesamten Anteil der Kosten für die Fundtierverwaltung." Dem Tierschutzverein werde auf der Grundlage eines Vertrages eine jährliche Pauschale gezahlt, die die gesamten anfallenden Kosten der Fundtierversorgung abdecke. Auch tarifliche Steigerungsraten würden beachtet. Für Fundtiere hat der Landkreis Celle 2017 insgesamt 165.779 Euro an den Tierschutzverein überwiesen. Zusätzlich wird der Aufwand für die Versorgung von Tieren übernommen, wenn die Celler Amtsveterinäre zum Beispiel aus Platzgründen Alarm schlagen.

Dem Tierschutzverein hat der Landkreis Celle in der Vergangenheit auf Antrag individuelle Zuschüsse für die Gebäude gewährt. Zuletzt hat die Verwaltung für die Errichtung einer Katzenquarantänestation einen Baukostenzuschuss von 75.000 Euro gezahlt.

Stadt bürgt für Quarantäne: Das Gelände des Tierheims in Vorwerk ist ein Erbpachtgrundstück der Stadt Celle. Die Verwaltung hatte in der Vergangenheit zum Beispiel für den Neubau der Katzenquarantäne Bürgschaften unterschrieben. Mit einem jährlichen Zuschuss unterstützt die Stadt Celle in unterschiedlicher Höhe für Kastrationsaktionen bei verwilderten Katzen.

"Eine Verwendung der Hundesteuer zur Unterstützung des Tierheims ist nicht möglich, denn eine Steuer darf nie zweckgebunden sein", erläutert Stadtsprecherin Myriam Meißner. Die Hundesteuer diene unter anderem auch der Regulierung der Hundehaltung in Städten und Gemeinden. "Im vergangenen Jahr haben wir rund 315.000 Euro eingenommen", so Meißner.

Das Vorwerker Tierheim ist im Internet unter www.tierschutz-celle.de zu finden. Die Homepage des Waldtierheims lautet www.tierfreunde-celle.de. Dort finden Sie alle Infos zu Mitgliedsbeiträgen und Patenschaften.

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