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Celle Stadt Celler geben 221 Schusswaffen ab
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler geben 221 Schusswaffen ab
13:23 13.06.2010
Von Oliver Gatz
Blick in den Waffenschrank: Uwe Blancbois, der bei der Stadt Celle für die Überprüfung der Waffenbesitzer zuständig ist, zeigt einen Teil der abgegebenen Gewehre. Quelle: Peter Müller
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Celle Stadt

Nach den blutigen Amokläufen von Erfurt und Winnenden hat die Bundesregierung das Waffengesetz verschärft. Es ermächtigt Behörden, selbst bei Besitzern mit Waffenscheinen oder Waffenbesitzkarten unangemeldet die ordnungsgemäße Aufbewahrung von Pistolen und Gewehren zu kontrollieren. Deshalb hatte die Bundesregierung im Sommer eine Amnestie-Regelung eingeführt. Wer bis zum Jahresende seine Waffe freiwillig abgab, brauchte keine Sanktionen zu fürchten. Niedersachsen bot bereits seit April 2009 einen Abholservice an.

Bei der Stadt Celle kamen so bis zum 31. Dezember 139 Waffen zusammen – darunter 19 illegale Waffen, die nicht angemeldet waren. Wie Stadtsprecherin Myriam Meißner mitteilte, handelt es sich überwiegend um funktionsuntüchtige alte Waffen, Luftgewehre und Schreckschusspistolen. „Die Waffen wurden ins Vernichtungsdepot der Polizei in Hildesheim gebracht“, erläuterte Meißner.

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Beim Landkreis wurden von August bis Dezember vergangenen Jahres 82 Waffen abgegeben. „31 bei der Polizei und 51 bei uns“, rechnete Landkreissprecher Ulf Keller vor. Seinen Angaben zufolge waren alle 82 Waffen Schusswaffen. Legale Waffen – also solche, deren Besitz eigentlich rechtens war – wurden 69 abgegeben. Davon waren 34 erlaubnisfrei, wie zum Beispiel Luftgewehre. „Insgesamt wurden also nur 13 wirklich illegale Waffen abgegeben, erläuterte Keller.

Bereits nach der ersten Änderung des Waffengesetzes wurden zwischen Ende 2005 und 2006 alle registrierten Waffenbesitzer im Landkreis Celle (ohne Stadt Celle) aufgefordert, die ordnungsgemäße Aufbewahrung der Waffen nachzuweisen. „Im Rahmen dieser Aktion wurden bereits rund 400 legale erlaubnispflichtige Waffen bei der Kreisverwaltung abgegeben“, blickte Keller zurück. Weitere Waffen seien legal bei den zugelassenen Waffenhändlern verwertet oder anderen Berechtigten überlassen worden. „Letztlich konnten hier in der Waffenbehörde des Landkreises durch diese Maßnahme also bereits mehr als 920 Waffenakten geschlossen werden“, sagte Keller. Seitdem hätte der Kreis die regelmäßigen Überprüfungen fortgesetzt.

Früheren Angaben zufolge sind bei Stadt und Kreis rund 21400 Waffen legal registriert. Allein im Stadtgebiet gibt es 1400 Waffenbesitzer. Der Waffenbestand umfasste dort im Mai vergangenen Jahres 5889 Stück.

Seit Jahresbeginn drohen Strafen, wenn Bürger Waffen besitzen, für die sie keinen Besitzschein vorzeigen können oder wenn sie sie nicht sicher aufbewahren.