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Celle Stadt Wortgewaltig ohne Berührungsängste
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Wortgewaltig ohne Berührungsängste
17:34 11.02.2019
Ralf Schmitz war am Wochende in der ausverkauften Congress Union zu Gast. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Schon sein Antritt auf der Bühne zeugt von temperamentvoller Urgewalt: Ralf Schmitz war auch auf der Bühne der Congress Union mehr als präsent, vom ersten dahingeschossenen Satz zur Begrüßung. Dafür liebt das Publikum den großen Kleinen mit der Klappe eines Schnellfeuergewehrs und der kecken Reaktionsfähigkeit eines erfahrenen Comedians, der sich längst seinen Platz in der deutschen Top-Liste verdient hat – was das ausverkaufte Haus bewies. Man war gekommen, um sich zu amüsieren und natürlich auch um zu erleben, wie sich die herausgepickten „Opfer“ aus dem Publikum so auf der Bühne schlagen. Fans wissen: In den ersten Reihen schwebt man in Gefahr, Teil des Programms zu werden. Beides klappte vorzüglich. Es gab sogar Momente, da blieb selbst dem Altmeister kurz die Stimme weg.

Aktuelles Programm "Schmitzeljagd"

Ein begleitender Kameramann und zwei große Bildschirme sorgten dafür, dass nichts, was der Star da auf und vor der Bühne so anstellte, ungesehen blieb. Der Comedian stellte sich mit seinem aktuellen Programm „Schmitzeljagd“ quasi in den Dienst des Celler Publikums. Kaum einer seiner Kollegen ist derartig „interaktiv“ und setzt auf die Mitwirkung und „Inspiration“ der Zuschauer. Gejagt wird nach jedem Bonmot, jedem Wortwitz und jenem Amüsement, das entsteht, wenn sich andere – absichtlich oder unabsichtlich – zum Gegenstand des Vergnügens und auch mal der Schadenfreude machen. Verbale Brotkrumen, denen es zu folgen und die es zu bergen gilt – Schmitzeljagd eben.

Gestik und Wortgewandtheit überzeugt

Kaum fünf Minuten Bühnenpräsenz, und schon hatte sich Schmitz von der Bühne in die vorderen Besucherreihen gestürzt: Da saß Andreas aus Hämelerwald, mit „seinen“ vier Frauen: eine Vorlage, die nicht links liegen gelassen werden konnte. Richtige Freundin, Schwester, Freundinfreundin und Tochter der einen Freundin, da war sogar der Comedian kurz mal verwirrt, vielleicht lag es aber auch an dem verführerisch-üppigen Herrenduft ohne Namen. Auf Andreas griff Schmitz in der Zugabe nochmal zurück. Vorerst gab's Plauderei aus dem Nähkästchen: von Katze Hildegard und lustigen Handyfotos seiner Mutter. Dann kam zum ersten Mal der vorab durch Zurufe bestückte Zufallsgenerator („Dialekte“ und „positive Gefühle“, später „Schmetterlinge im Bauch“ und „Kennenlern-Orte“) zum Einsatz. Die Vorlagen sind vorhersehbar, durch Schmitz' Gestik und Wortgewandtheit trotzdem sehr lustig. Es funktioniert.

Lustige Fragen der Zuschauer

Für die größten Brüller und so manche vergossene Lachträne sorgten allerdings die Protagonisten aus den Publikumsreihen selbst: Nina aus der zweiten Reihe, die zum Liebesfilm die Geräusche machen soll - was der Altmeister spitzig kommentiert - und doch für ein paar Sekunden den Faden verliert, als nach dem "Fensteröffnen" noch der Ruf „das nächste Mal, Herr Schmitz, ziehen sie sich erst mal was an!“ erschallt. Auch die eingesammelten „unpersönlichen“ Fragen der Zuschauer, genutzt für eine Doppelrolle am Arbeitsplatz, zeigen sich als so zufällig treffend, dass der Meister der Bühne sich selbst vor Lachen biegt: „Werden Krebse von krebserregenden Stoffen erregt?“ ist nur eine davon. Was Schmitz auszeichnet: Er geht nicht über eine bestimmte Grenze, gibt niemanden über die Maßen der Lächerlichkeit preis - selbst wenn die gelieferten Vorlagen noch so verlockend daherkommen. Auch deshalb wurde es ein wirklich gelungener, amüsanter Abend.

Von Doris Hennies

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