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Celle Stadt Datenschutz hilft Tierquälern
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Datenschutz hilft Tierquälern
12:50 20.07.2011
Von Oliver Gatz
Glückliches Ende für diesen ausgesetzten Golden Retriever: Er fand ein neues Herrchen. Mit dem Hund freut sich Tierheim-Leiter Roman Thönies. Quelle: Peter Müller
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Erst jüngst landete wieder ein Golden Retriever in der Obhut des Tierheims. Passanten fanden den Hund im Wietzer Raum, angeleint an einem Baum. Der Hund hatte einen Chip. Registriert war er bei dem Verein Tasso. Mit einem Lesegerät ermittelten die Mitarbeiter des Tierheims in dem Chip eine Registriernummer und riefen bei Tasso an. Dort hieß es aber mit Verweis auf datenschutzrechtliche Bestimmungen: Name und Telefonnummer des Besitzers werden nicht bekanntgegeben.

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Selbst die Polizei erhalte die Daten nicht, erläutert Tierheim-Leiter Roman Thönies. Für ihn ist klar: Der Hund wurde ausgesetzt. Das sei eine Straftat. Jetzt werde das Veterinäramt aktiv und schriftlich einen Antrag zur Herausgabe der Daten stellen.

Selbst wenn dadurch der Halter eines Tages ermittelt werden kann, kann die Verzögerung gesundheitliche Folgen für das Tier nach sich ziehen: "Vielleicht muss es ja medikamentös behandelt werden", sagt Thönies. Deshalb sei eine schnelle Rückgabe an den Besitzer wichtig. "Das erspart dem Tier Leid und Elend und uns viel Arbeit." Außerdem sei der Platz im Tierheim begrenzt. Besonders Tasso würde die Herausgabe von Daten häufig blockieren, meint Thönies. Beim Deutschen Haustier-Register sei dies weniger ein Problem.

In den datenschutzrechtlichen Regelungen von Tasso heißt es: "Selbstverständlich können Sie der Datenweitergabe an private Finder, Tierschutzvereine, Tierheime und Tierärzte widersprechen. Haken Sie hierzu einfach das entsprechende Feld im Antrag an." In diesem Fall werde nur der Besitzer über den Aufenthaltsort des Tieres informiert. Dies gelte allerdings nicht für einen Notfall, wenn beispielsweise das Tier verletzt sei.

Allerdings könne die Adressweitergabe auch im Notfall "selbstverständlich" untersagt werden, heißt es in den Tasso-Bestimmungen. Dort steht aber auch: Von einem Widerspruch gegen die Datenweitergabe im Notfall sei "dringend abzuraten", da es durchaus im Interesse des Tieres sei, den Besitzer im Notfall schnell zu erreichen.

"Viele wollen ihre Daten geschützt wissen", erläutert Tasso-Sachberabeiterin Manuela Schiffer. Dort sind 5,5 Millionen Tier registriert - überwiegend Hunde und Katzen. Bei 2,3 Millionen Altverträgen dürfen keine persönlichen Angaben herausgegeben werden. Von den den verliebenen 3,2 Millionen Verträgen haben 2,3 Millionen Tierbesitzer einer Datenfreigabe im Auffindungsfall zugestimmt. Weitere 50.000 erlauben laut Tasso auch eine Datenfreigabe im Notfall.

Übrigens: Für den Golden Retriever aus Wietze ging die Geschichte gut aus. Er fand einen neuen Besitzer.