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Celle Stadt Diabetes: Celler AKH baut Versorgung aus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Diabetes: Celler AKH baut Versorgung aus
11:42 17.03.2017
Von Gunther Meinrenken
Das Messen des Blutzuckerspiegels zählt für Diabetes-Patienten zum Alltag. Das AKH möchte sich stärker auf diese Personengruppe einstellen. Quelle: Jens Kalaene
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Doch das Hauptproblem sind die Patienten, die mit einer Nebendiagnose "Diabetes" stationär aufgenommen werden. "Das heißt, dass diese Gruppe nicht wegen ihrer Zuckererkrankung zu uns kommt, sondern wegen anderer gesundheitlicher Beschwerden. Von 2014 bis 2016 sind hier die Zahlen von 3933 auf 4348 angestiegen. Diese Menschen müssen natürlich neben ihrer eigentlichen Erkrankung auch wegen ihres Diabetes eng begleitet werden", erklärt Dr. Jan Markus Isermann, Internist und Diabetologe am AKH. Und dafür will das AKH jetzt die Versorgung der Betroffenen ausbauen.

Über alle Abteilungen hinweg gehen Isermann und zwei Diabetes-Beraterinnen nun daran, die Betreuung der Diabetiker zu verbessern. Wichtig: "In manchen Häusern werden den Zuckerkranken alle Medikamente weggenommen. Das halten wir für falsch. Viele sind gut eingestellt, kennen sich am besten mit ihrer Therapie aus", findet Isermann.

Entscheidend für das AKH sei, dass die Patienten etwa vor operativen Eingriffen optimale Blutzuckerwerte aufweisen. "Dazu gehören eine intensive Schulung des Personals und klare Anweisungen, welche Medikamente man vor einer Operation nehmen und welche man weglassen kann", so der Oberarzt der Gastroenterologie.

Zusammen mit seinem Team wird Isermann in den kommenden Monaten ein für alle Diabetiker einheitliches Dokumentationssystem aufbauen. Auf die diabetologischen Behandlungsempfehlungen soll man möglichst unverzüglich von allen Computern des AKH aus Zugriff erhalten können. Auf jeder Station sollen Diabetiker-Patientenakten am gleichen Ort aufbewahrt werden. "Und wir messen bei jedem, der stationär aufgenommen werden soll, auch den Langzeitzuckerwert. Viele wissen gar nicht, dass sie Diabetes haben", meint Isermann.

Am Ende möchte das AKH eine Zertifizierung der Deutschen Diabetesgesellschaft erhalten. Zielmarke ist das nächste Jahr. "Bisher haben erst drei Kliniken in Niedersachsen diese Auszeichnung. Für das AKH wäre das wichtig. Wir wissen, dass gerade Diabetiker zu den kritischen Patienten zählen, die bei der Wahl ihres Krankenhauses sicher sein wollen, dass ihr Diabetes bei der Behandlung umfassend berücksichtigt und kontrolliert wird", so Isermann.