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Celle Stadt Die rote Schwalbe und der blaue Käfer machen Celle unsicher
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Die rote Schwalbe und der blaue Käfer machen Celle unsicher
17:19 25.05.2018
An seinem blauen VW Käfer und der roten Schwalbe hat nicht nur Heinz-Dieter Oehl Spaß. Auch seiner Familie (Janna Kunze, Max Kunze und Kathrin Kunze) gefallen die Fahrzeuge. Quelle: David Borghoff
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Dabei war er sich anfangs gar nicht sicher, ob die Daten der Schwalbe tatsächlich echt seien. „Als ich sie gesehen habe, hatte sie nur 500 Kilometer runter. Das kam mir komisch vor und ich dachte, das sei vielleicht eine Fälschung und jemand könnte etwas verstellt haben.“ Ein befreundeter Experte habe ihm aber bestätigt, dass dieser Kleinkraftroller tatsächlich noch nicht viel gefahren sei. „Ich kenne die Geschichte der Schwalbe nicht genau. Aber ich habe die originale Betriebserlaubnis aus der DDR und stehe tatsächlich sogar als Erstbesitzer drin.“

Anders ist es bei seinem Käfer. „Da hat der Vorbesitzer mir eine ganze Mappe mit allen wichtigen Papieren mitgegeben. Ich hab‘ den ersten Kaufvertrag und die Rechnung – das hat man bei Oldtimern nicht oft.“ Beide Fahrzeuge seien außerdem größtenteils originalgetreu. „Sie sind beide restauriert, aber das meiste ist noch von früher erhalten.“ Eine einzige Modernisierung habe er am Käfer vorgenommen, als er sich einen MP3-Player-Anschluss ans Radio habe anbauen lassen. „Ansonsten ist die Innenausstattung aber noch hundertprozentig so wie beim Bau.“ Und das sei auch gut so, denn sie mache einen der Reize eines Oldtimers aus. „Mir gefallen besonders die einfache Technik und die wunderschönen Formen“, so Oehl. Außerdem entschleunige man sich selber, indem man automatisch Hauptstraßen meide.

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Auch mag er, dass die Wagen gute Laune verbreiten. „Man fährt am Anfang erst mal alleine zu einem Oldtimer-Treffen, aber da lernt man dann schnell Leute kennen. Da sind auch schon Freundschaften entstanden.“ Mittlerweile ist er unter anderem im Organisations-Team vom Celler Treff „Oldtimer & Fachwerk“. Ihm gefällt, dass auf einem solchen Treffen fast nur lächelnde Gesichter zu sehen seien. „Das merke ich auch schon, wenn ich durch die Stadt fahre. Die Leute lächeln mich an und winken manchmal sogar.“ Es sei sogar vorgekommen, dass sich jemand vor das bewegte Fahrzeug gestellt habe, um ein Foto zu machen.

Solche Stadtfahrten und andere Touren macht Oehl meistens mit dem Käfer. „Die Schwalbe nutze ich hauptsächlich für ganz kurze Fahrten.“ Trotzdem habe sie anstatt der anfänglichen 500 Kilometer mittlerweile rund 830 Kilometer runter. Bei dem Käfer sind es deutlich mehr. „Den kann ich auch gut für längere Touren nehmen, das ist überhaupt kein Problem. Da macht er der alten Käferwerbung alle Ehre.“ Bei so guter Funktionalität sei es kein Wunder, dass sowohl Käfer als auch Schwalbe „Brot-und-Butter-Fahrzeuge“ gewesen seien. „Die Schwalbe wurde insgesamt über eine Million mal gebaut.“ Und auch heute noch habe das DDR-Moped eine Sonderstellung in Deutschland inne: „Mopeds mit 50 Kubikzentimeter Hubraum dürfen in Deutschland eigentlich nur 50 Kilometer pro Stunde fahren. Die Schwalbe ist da eine Ausnahme.“ Sie darf laut Einigungsvertrag von 1990 nämlich bis zu 60 Kilometer pro Stunde fahren. Dann steht einer rasanten Fahrt also nichts im Weg.

Von Lea Kraft