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Celle Stadt Ambitionierte Kammermusik im Sophien-Stift
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ambitionierte Kammermusik im Sophien-Stift
17:59 05.04.2019
Bunter Reigen klassischer Kammermusik: Sanja-Bozena Uhde am Cello und Milica Bovan am Klavier. Quelle: Doris Hennies
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Celle

In den Genuss eines musikalisch bunt-geschnürten Pakets kamen am Donnerstag die Bewohner und Gäste im Celler Sophien-Stift bei einem einstündigen klassischen Kammerkonzert. Die erfahrene Cellistin Sanja-Bozena Uhde – studiert hat sie unter anderem bei André Navarra und Mstislav Rostropowitsch – hatte sich zur Unterstützung die junge serbische Pianistin Milica Bovan mitgebracht. Die 23 Jahre alte Musikerin macht gerade ihr Masterstudium in Karlsruhe und hat bereits zahlreiche Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben gewonnen.

Musikalische Verzierungen

Das Duo eröffnete das Programm mit den barocken Kompositionen „Pièces en concert“ von Francois Couperain. „Le Grand“ war einer der bedeutendsten Organisten und Komponisten zur Zeit Ludwig XIV. in Versailles. Dementsprechend „höfisch“ fielen die Werke aus, die für den Tanz gedacht waren: gesetztes Schreiten und lebhaftere Figuren mit komplizierten Schrittfolgen, die sich in den zeitgemäßen spielerischen musikalischen Verzierungen widerspiegeln.

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Beethoven-Werk als Höhepunkt

Als Höhepunkt der ambitionierten Soiree bezeichnete die Meisterin selbst den nachfolgenden Part: die Sonate C-Dur op.102,1 – ein „Spätwerk“ von Ludwig van Beethoven, in dem schon, für die Klassik neu und ungewohnt, Klangfolgen und Variationen der musikalischen Romantik zu finden sind. Wie anders, sollte es wohl um Liebe gehen: vom ersten zarten Zwiegespräch – ein musikalischer Dialog zwischen Violoncello und Flügel – über ein Aufwallen in Furioso – Frust und Schmachten – bis zum Finale. Ein Werk, das vor allem große Fingerfertigkeiten verlangte. Eine Herausforderung, die beide Musikerinnen anerkennenswert meisterten.

Schumann-Stücke zum Abschied

Ein kleiner Sprung – fast in die Neuzeit – sah das Programm anschließend mit der „Czardasfantasie“ von August Nölck vor. Auch wenn das Werk eher wienerisch wiegend begann, steigerte es sich doch schließlich zum Rhythmus des ausgelassenen, expressiven Tanzes, nach dem es benannt ist. Hier hätte es ein bisschen temperamentvoller werden dürfen, bevor das charmante Damenduo sich wieder sicher in der Romantik der „Fantasiestücke op.73“ von Robert Schumann wiederfand. Die Stücke hatte Schumann in seinen „helleren Phasen“ (wie Uhde anmoderierte) komponiert. Dementsprechend leicht und optimistisch sind Klangfarben und Melodien, mit denen das kleine Kammerensemble die begeisterten Zuhörer schließlich verabschiedete.

Von Doris Hennies

Gunther Meinrenken 05.04.2019
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