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Celle Stadt EHEC: Amtsarzt fordert Eingreiftruppe
Celle Aus der Stadt Celle Stadt EHEC: Amtsarzt fordert Eingreiftruppe
17:24 05.07.2011
Der Celler Amtsarzt fordert als Konsequenz aus EHEC-Ausbruch eine schnelle Eingreiftruppe: Foto: dpa Quelle: nicht zugewiesen
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Die Angst vor dem EHEC-Erreger hatte Celle für gut einen Monat im Griff. Mit Hochdruck haben die Verantwortlichen auch im Celler Gesundheitsamt nach dem Ursprung des Erregers gesucht. Doch die Ressourcen dafür sind nur bedingt vorhanden und die Aufstockung des Personals für solche Krisen kaum möglich.

Für Carsten Bauer, Amtsarzt des Landkreises Celle, sollte diese Erfahrung deshalb eine Konsequenz haben: eine schnelle Eingreiftruppe. „Wir hatten den Fall, dass nach einer Feier mehrere Erkrankungen aufgetreten sind. Bei solchen Hinweisen auf eine lokalisierte Quelle wäre es sinnvoll, wenn es ein Team gibt, das schnell vor Ort sein kann, um sich darum zu kümmern“, sagt Bauer. Ein Gesundheitsamt wie das beim Kreis könne diese intensive Recherche nicht leisten. „Eine solche Gruppe kann nicht bei Ländern oder Kommunen sitzen. So etwas müsste der Bund machen“, sagte Bauer.

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Die zentrale Eingreiftruppe können sich auch die Verantwortlichen im Allgemeine Krankenhaus in Celle (AKH) vorstellen. „Es gab doch eine ziemlich Bandbreite von Ansprechpartnern wie das Gesundheitsamt, das Robert-Koch-Institut und die Landesbehörden“, sagt Olaf Schauer, Sprecher des AKH. Eine Sonderermittlungsgruppe, die auch die Informationen in so einem Fall bündele, sei sinnvoll.

Unterdessen hat sich die Lage vollkommen entspannt. Seit gut zehn Tagen gibt es keine bestätigten Verdachtsfälle mehr. „Die Diagnostik wird bei entsprechenden Symptomen aber immer noch gemacht“, sagte Schauer. Die 67-jährige Patientin, die lange auf der Intensivstation gelegen hatte, ist inzwischen wieder genesen.

Insgesamt hat es in der Zeit vom 25. Mai bis Ende Juni 71 Verdachtsfälle gegeben. Davon wurde bei 18 Patienten der EHEC-Erreger nachgewiesen. In vier Fällen entwickelte sich das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS). Bei dem Zweijährigen, der in der Medizinischen Hochschule Hannover verstarb, wurde das HUS aufgrund der EHEC-Infektion als Todesursache festgestellt. Nicht so eindeutig ist die Diagnose

bei einer 88-jährigen Frau, die im AKH starb. „Die Patientin hatte zwar das HU-Syndrom, dieses ist aber durch etwas anderes ausgelöst worden“, sagte Bauer.

Von Tore Harmening