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Celle Stadt Ehepaar Seebaß führt Arbeit in Afrika fort
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ehepaar Seebaß führt Arbeit in Afrika fort
14:53 13.06.2010
Karola Elitzer-Seebaß (links) traf auf ihrer Reise die kleine Kalkidan und einen Freund aus Alem Ketema. Quelle: nicht zugewiesen
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Bereits zum dritten Mal bereiste das Celler Ehepaar das krisengeplagte Land, um die bestehende Hilfe fortzuführen. Auf ihrer Reise besuchten sie das Dorf Alem Ketema und den befreundeten Arzt Ayele Teshome. Im Gepäck der Celler: Zahnbürsten, Zahncreme, Kleidung, Schreibmaterialien sowie von Celler Ärzten und Unternehmen gesammeltes Geld. „Die Menschen hier haben uns die Sachen anvertraut“, so Karola Elitzer-Seebaß. „Eine Woche später konnten wir damit Menschenleben retten.“

Einer fünfköpfigen Familie halfen sie, rund 25 Kilo Getreide zu erwerben, denn ihre Kinder standen kurz vor dem Verhungern. „Den Kleinen ging es so schlecht, sie lachten nicht mehr“, beschreibt Rüdiger Seebaß die schreckliche Situation. Dank der Unterstützung aus Celle wurde ihnen geholfen und Kinder wie die kleine Kalkidan nahmen wieder zu. Auch der Vater bekam Hilfe: Die Dorfbewohner von Alem Ketema sind derzeit dabei, mit Hilfe der Organisation „Menschen für Menschen“ Flächen um ihr Dorf herum aufzuforsten. Der Mann arbeitet seitdem an dem Projekt mit – und sorgt dafür, dass die jungen Triebe nicht von Tieren zerstört werden.

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Ein Wiedersehen gab es auch mit Ayele Teshome, der bereits in Celle zu Gast war. Zur Zeit macht der Arzt seine chirurgische Ausbildung in der Hauptstadt Addis Abeba. Danach möchte er nach Alem Ketema zurück kommen. „Die Leute lieben ihn dafür“, so Rüdiger Seebaß. Beim gemeinsamen Besuch vor Ort zeigte der äthiopische Arzt gleich, wie wichtig er für die Menschen dort ist. So führte er kurzfristig einen komplizierten Kaiserschnitt durch.

Außerdem leistete das Celler Ehepaar Hilfe zur Selbsthilfe, indem sie mit den Dorfbewohnern Mangos und Zitrusfrüchte anpflanzten. Ziel des Vitaminprogramms: Die Menschen sollen an eine gesunde Ernährung herangeführt werden. „Viele können sich nicht einmal das Mindeste leisten“, so Rüdiger Seebaß. Daher würden viele Dorfbewohner unter Fehlernährung leiden.

Auch zukünftig bleibt der Kontakt lebendig: „Die Sippenältesten haben uns in die Familie aufgenommen“, beschreibt Seebaß die herzliche Atmosphäre, die das Ehepaar bei jedem Besuch erfährt.

Karola Elitzer-Seebaß (links) traf auf ihrer Reise die kleine Kalkidan und einen Freund aus Alem Ketema. Foto: CZ

Von Christian Uthoff