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Celle Stadt Ein besonderes Menü für eine alte Freundin
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ein besonderes Menü für eine alte Freundin
11:56 15.07.2011
"Martas"-Inhaber Ernst Rissmann vor Bild der Künstlerin Marta Astfalck-Vietz Quelle: Martina Hancke
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„Wir lernten uns in Nienhagen kennen, als ich dort die Jahnstuben führte, und fühlten uns verbunden“, so Rissmann. Heute ist der geschwungene Martas-Namenszug das Logo seines Restaurants, ebenso wie die Artischocke die Astfalck-Vietz für Rissmann malte. Insgesamt neun dieser Aquarell-Stillleben mit unterschiedlichen Gemüsesorten geben den Räumen in der Neuen Straße 16 einen ganz besonderen Charme.

Astfalck-Vietz wurde 1901 im heutigen Polen geboren. Ihre ungewöhnliche Karriere begann in Berlin, wo sie nach dem 1. Weltkrieg die Kunstgewerbeschule besuchte und ihre Leidenschaft für die Fotografie entdeckte. 1927 eröffnete sie ihr erstes Atelier in Berlin. Ihre Bilder zählten zur Avantgarde der 1920er Jahre. 1929 heiratete sie den Architekten Hellmuth Astfalck. Während der Nazi-Zeit half sie jüdischen Kindern und erhielt 1982 das Bundesverdienstkreuz. 1970 zog sie nach Nienhagen und gab bis ins späte Alter ihre Kunst in Mal- und Skulpturenkursen weiter.

Die Idee für die Aquarell-Stillleben entstand 1988, als Astfalck-Vietz für ein Frühlings-Menü von Rissmann ein Bild entwarf. „Das Gedenk-Menü am 21. Juli ist eine Reminiszenz an das damalige Essen“, sagt der Küchenchef. Martas Lieblings-Cocktail Campari-Orange wird ebenso dabei sein wie eine Löwenzahnsuppe mit Wachtelei und gebratenes Kalbsfilet. Die Astfalck-Vietz-Schülerinnen Frauke Runge und Brigitte Schwettmann halten einen kurzen Abriss über das Leben der Künstlerin. Anmeldungen und weitere Infos unter www.martas.de oder ☎ (05141) 88 93 677.

Von Martina Hancke