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Celle Stadt Eroberung durch Bewegung und Klang
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Eroberung durch Bewegung und Klang
18:10 27.06.2010
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Celle Stadt

In vier Trios unter dem Titel „Gegenüber 1“ stellen sich die beteiligten Musiker, Tänzer und Videokünstler dem künstlerischen Vis-a-vis und vor allem den jeweils neuen Räumlichkeiten, verwandeln sie durch Licht und Projektionen, verändern den Charakter und erobern sie durch Bewegung und Klang. Die Besucher werden von den Akteuren durch die verschiedenen Stationen und Stockwerke geführt. „Dabei sind für uns die Zeit, die Geschwindigkeit, die Architektur und der Körper im Raum von besonderer Bedeutung,“ sagt die Sprecherin des Ensembles, Lenka Zupková.

Eine große Zeltplane wird über den Boden geschleift, darunter verrenkt sich ein Mensch. Männer in weißen Plastikanzügen und zum Teil mit Mundschutz hoppeln durch den Raum („Müssen wir jetzt auch so gehen?“ fragt belustigt eine Besucherin ihre Nachbarin) und dienen hin und wieder als Projektionsfläche für abstrakte Gebilde; eine Geigerin geigt, ein Bläser bläst, eine Tänzerin tanzt, ein Kontrabass grummelt und hinter einer Glastür dreht sich in absoluter Zeitlupe vom obersten Stockwerk aus betrachtet minutenlang ein weiblicher Körper. Dann bricht er zusammen. Bewegung wechselt mit Ruhe, aus der Stille wachsen Geräusche und in den Gesichtern der gut vierzig Besucher wechseln immer strebend das Bemühen um Verstehen mit Strömen geheimnisvoller Ratlosigkeit. „Wenn Sie mir bitte folgen wollen.“

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Was dieser Veranstaltung fehlt, ist der Wechsel zwischen Be- und Entschleunigung, die künstlerische Entschiedenheit in der Darbietung und die Vielschichtigkeit der Erkenntnisse. Auf der Suche danach, was denn des Suchens Sinn und Ziel sei, landet man irgendwo im Nirgendwo.

Von Hartmut Jakubowsky