Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Celle Stadt Erst Hoffnung, dann Dämpfer für Ostumgehungsgegner
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Erst Hoffnung, dann Dämpfer für Ostumgehungsgegner
20:27 01.07.2011
Von Gunther Meinrenken
Anzeige
Celle Stadt

Die Neubewertung der Umweltverträglichkeit, die Kaiser vorgenommen hatte, rührte von einem Gerichtsurteil her, dass die Stickstoffeinträge durch den Straßenverkehr bei den schützenswerten FFH-Gebieten neu gewichtet hatte. Um im Genehmigungsverfahren keinen Schiffbruch zu erleiden, hatten die Ostumgehungsplaner umgehend eine neue Prüfung ihrer Daten veranlasst. Ergebnis: Besonders ein an der Trasse liegender Eichenmischwald beziehungsweise die damit verbundene Flora würde erheblich betroffen sein.

Anzeige

Konsequenz, wie Kaiser vor etwa 40 Gästen der Ortsratssitzung im Altenceller Schaperkrug vortrug: Entweder man baut die Straße nicht, was einen kurzen, einsamen Klatscher im Publikum verursachte, oder man wählt eine andere Variante. Doch bei der Prüfung der anderen möglichen Trassen ergab sich, dass diese eine noch stärkere Beeinträchtigung der FFH-Gebiete zur Folge hätte. "Um aber vor Gericht Bestand zu haben, muss man von allen unverträglichen Varianten, die verträglichste bauen", legte Kaiser dar. Daher bleibe alles so, wie es bisher vorgesehen ist. Denn, so die Auffassung der Planer, es gebe keine Alternativen, der Nutzen für das Allgemeinwohl sei höher zu bewerten und letztlich werde auch an anderer Stelle wieder Eichenwald aufgeforstet.

Die Ostumgehungsgegner wie die Grüne Annegret Pfützner nutzten denn die von Kaiser verkündete Nachricht dazu, alte Diskussionen aufzuwärmen. Sie wollte wissen, warum nicht die Westtangente als Alternative geprüft oder ein neues Raumordnungsverfahren angestrengt werde und musste sich ein "Mensch, Frau Pfützner, hören Sie doch endlich auf", aus dem Publikum gefallen lassen und zusätzlich die Belehrung, dass die Westtangente schon unlängst als nicht genehmigungsfähig bewertet worden war. "Die Westtangente gilt als nicht zumutbar. Wir haben daher keine Veranlassung, da wieder einzusteigen", erklärte Ostumgehungsplaner Bernd-Wilhelm Winkelmann den Zuhörern.