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Celle Stadt Es geht weiter beim Autohaus Frye
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Es geht weiter beim Autohaus Frye
15:23 13.06.2010
Von Oliver Gatz
Der Betrieb läuft beim insolventen Autohaus Frye weiter – wie hier in der Werkstatt. Quelle: Gert Neumann
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Erleichtert zeigt sich der vorläufige Insolvenzverwalter des Autohauses Frye über den Verlauf der Verhandlungen in den vergangenen Tagen. „Ich kann den Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten“, sagt Hans-Peter Valentiner. Die Gespräche mit den Herstellern Ford und Renault und deren Banken seien erfolgreich verlaufen. Frye könne weiterhin Neufahrzeuge ordern und den bestehenden Bestand verkaufen. „Bei Citroën ist das noch nicht entschieden“, erläutert der Insolvenzverwalter. Angesichts der geringeren Marktbedeutung der französischen Marke sei dies aber nicht ganz so dramatisch.

Mit der Fortführung des Betriebes gestaltet sich die mögliche Übernahme durch einen Investor einfacher. Dieser müsste nicht bei Null anfangen, sondern könnte auf den bestehenden Kundenstamm zurückgreifen. Nur vage äußert sich Valentiner zu möglichen Käufern: „Es gibt Interessenten, die Träger einer Auffanglösung sein könnten“, sagt er zurückhaltend. Diese Frage müsse gemeinsam mit den Autoherstellern erörtert werden. „Ohne einen Händler-Vertrag kann nichts übertragen werden“, betont Valentiner. An einen solchen Vertrag seien bestimmte Voraussetzungen geknüpft, die sich auf die Solidität und Bonität des Interessenten bezögen.

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Das heißt: Renault und Ford werden ihren Vertriebspartner genau unter die Lupe nehmen, um eine weitere imageschädigende Pleite zu vermeiden.

Valentiner hofft, die meisten der rund 85 Beschäftigten an den Standorten Celle und Wietzenbruch halten zu können. Die Sicherung einer möglichst hohen Anzahl von Jobs habe Priorität, betont er. In Gesprächen mit potenziellen Investoren müsse dies ausgehandelt werden.

Wie Valentiner weiter mitteilt, wird derzeit die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim Autohaus Frye geprüft. Die Eröffnung könne Ende März beziehungsweise Anfang April erfolgen – möglicherweise auch schon früher.

Als Grund für die Insolvenz nennt Valentiner hohe Verluste in den beiden Unternehmen Autohaus Frye GmbH und Frye Automobile GmbH. Im Zuge der Abwrackprämie gebe es „erhebliche Außenstände“ durch Auszahlungsverzögerungen beim Bund. Problematisch sei auch die Neubewertung des Gebrauchtwagenbestandes.

Das Familienfest am kommenden Sonnabend, 23. Januar, von 10 bis 17 Uhr auf dem Gelände an der Hannoversche Heerstraße findet wie geplant statt – allerdings in abgespeckter Form. Es gibt Kaffee, Kuchen und Würstchen. Frye wird seine Fahrzeuge zu besonders günstigen Konditionen anbieten. „Wir können in der vorläufigen Insolvenz preislich für die Kunden mehr tun als bisher. Das ist für die Interessenten eine feine Sache“, sagt Valentiner.