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Celle Stadt Jungwähler schärfen Bewusstsein für Europa
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Jungwähler schärfen Bewusstsein für Europa
16:51 27.02.2019
Von Gunther Meinrenken
Der bevorstehende Brexit dürfte sich auch auf den Ausgang der Europawahl am 26. Mai auswirken.
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Celle

„Als ich neulich beim Arzt eine Datenschutzerklärung unterschreiben sollte, ist mir erst wieder eingefallen: Wir sind ja EU!“ So berichtet Teuta Prenku von der BBS in Celle. Am vergangenen Montag besuchten sie und ungefähr 300 weitere Schüler der BBS I und III eine Multimedia-Show vom Diplom-Politologen Ingo Espenschied in der CD-Kaserne. Ziel dieser Veranstaltung war es, jungen Erstwählern die Bedeutung Europas zu verdeutlichen und die Wichtigkeit der Europawahl am 26. Mai herauszustellen.

EU lebendig vermitteln

Espenschied stellt sein „Dokulive“ Format seit über 10 Jahren in ganz Deutschland und auch im Ausland vor. Seine Show soll durch Vortrag, Schaubilder und Filmausschnitte die Geschichte der Europäischen Union spannend und lebendig vermitteln. Auch Kathrin Behrendt, Leiterin der Europagruppe der BBS, hält das Format für ein „innovatives Genre im Bereich der politischen Bildung“. Organisiert und vollständig finanziert wurde die Veranstaltung von Europe Direct aus Lüneburg.

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Erstwähler sensibilisieren

Erstwähler Simon Pantermüller von der BBS ist klar: „Die EU hat mittlerweile mehr Macht und wir somit mehr Verantwortung.“ Diese Verantwortung macht Espenschied am Beispiel der jungen Briten deutlich, von denen 80 Prozent zwar gegen den Brexit waren, aber dann trotzdem nicht gewählt haben. „Wählen ist wichtig und es war gut, dass uns da nochmal der Brexit vorgehalten wurde“ findet auch Prenku. Besonders deutlich war am Ende der Show auch, dass die Einwohnerzahl Deutschlands nur ein Prozent der Weltbevölkerung ausmacht. Wenn es um globale Fragen ginge und es wichtig sei, etwas bewegen zu können, würden 500 Millionen EU-Bürger ein viel größeres Mitspracherecht in der Welt sichern.

BBS ist Europaschule

Dadurch, dass die BBS in Celle sich seit 2018 „Europaschule“ nennen darf, sind die Schüler allerdings schon etwas vertrauter mit der Thematik. In der 11. Klasse gehört zum Beispiel eine viertägige Reise nach Brüssel zum Programm, bei welcher der Fokus vor allem auf den europäischen Institutionen, interaktiven Spielen und Gesprächen mit Lobbyisten lag.

Vorteile beim Reisen in EU

Zu der sinkenden Wahlbeteiligung meint Schüler Philip Bulwin, „dass dieses Jahr wegen der geplanten Uploadfilter in sozialen Netzwerken auch mehr Jüngere wählen gehen“. Durch den Vortrag sollten die Erstwähler vor allem ein Bewusstsein für Europa entwickeln und Tom Gadischki von der BBS erkennt: „Selbst wenn wir es oft nicht merken, die EU spielt eine wichtige Rolle im Alltag.“ Die Schüler sehen besonders ihre persönlichen Vorteile beim Reisen innerhalb der EU, ohne Visum, Zoll, Geldwechseln oder extra Roaming-Gebühren. Am 26. Mai werden sie nicht zuhause bleiben und auch Schüler Jan Hartwich hat eine klare Meinung: „Wer nicht wählen geht, darf sich hinterher auch nicht beschweren.“

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