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Celle Stadt Straßenbahn kommt aus Museum nach Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Straßenbahn kommt aus Museum nach Celle
13:06 30.08.2019
Von Gunther Meinrenken
Geschafft: Peer-Detlev Schladebusch freut sich, dass die Straßenbahn unversehrt aufgestellt wurde und nun in seinem Garten zu bewundern ist. Die Sanierung dürfte allerdings sehr aufwändig werden. Quelle: Gunther Meinrenken
Celle

Am Ende ist es Millimeterarbeit. Peer-Detlev Schladebusch sitzt mit einem Zollstock in der Hand in der Hocke und beobachtet, wie die Mitarbeiter der Garbsener Firma Schwarze die ungewöhnliche Fracht genau justieren. Am Haken des Krans hängt eine Straßenbahn, die langsam auf zwei Schienenstränge herabgelassen wird. Schladebusch hat sie vom Straßenbahnmuseum in Sehnde gekauft, gestern hat er sie auf seinem Grundstück an der Uferstraße in seinem Garten aufstellen lassen – als Würdigung des Celler Keksfabrikanten Harry Trüller, auf dessen energisches Betreiben hin im Jahre 1907 die Celler Straßenbahn ihren Betrieb aufnahm.

Trüller hatte sich damals kurzerhand eine Straßenbahn aus Berlin gekauft und ebenfalls in seinen Garten gestellt. In den Waggon lud er die Bürgervorsteher ein, servierte ihnen ein gutes Frühstück und überzeugte sie davon, dass Celle eine Straßenbahn braucht. All das geschah nur wenige Meter von dem Ort entfernt, wo nun Schladebusch seinen Waggon platziert hat. Denn der Celler Pastor hat sich die ehemalige Prokuristenvilla nebst ehemaligem Chauffeurhaus des Celler Keksfabrikanten gekauft. Trüllers Anwesen befand sich in unmittelbarer Nähe.

Trüller-Enkelin begeistert

"Die Straßenbahn, die ich gekauft habe, stammt auch aus Berlin, war zuletzt in Kassel im Einsatz", erzählt Schladebusch, während seine Familie und gut ein Dutzend Schaulustige zu früher Stunde das Spektakel an der Uferstraße verfolgen. Darunter auch die Trüller-Enkelin Ingrid Trüller, die immer noch in Celle wohnt. "Ich bin begeistert, das ist eine schöne Erinnerung an meinen Großvater. Ich muss sofort daran denken, dass ich als Schülerin auch immer mit der Straßenbahn gefahren bin", sagt sie.

Millimeterarbeit mit schwerem Gerät: Passgenau setzt der Kran die Straßenbahn auf die Schienen. Quelle: Oliver Knoblich

Extra Schienen verlegt

14,5 Tonnen wiegt die Straßenbahn. Damit sie nicht über die Zeit im Boden einsackt, musste erst einmal der Untergrund vorbereitet werden. "Wir haben das Erdreich einen Meter tief ausgehoben und ein Sandbett eingelegt. Darauf kam eine 50 Zentimeter dicke Schicht Mineralgemisch und oben drauf Brechsand", erklärt Stefanie Stöckl vom gleichnamigen Celler Bauunternehmen, die für Schladebusch eigentlich die Erdarbeiten auf seinem neuen Grundstück erledigt. Das Verlegen von Schienen war auch für sie Neuland. Sie wurden exakt in der Spurbreite 143,5 Zentimeter zwischen alten Kohleschlackesteinen platziert.

Die "Schramme" weckt bei vielen Cellern noch Erinnerungen. Quelle: Eingesandt

Straßenbahn als Lernort

Und was geschieht nun mit der alten Straßenbahn? "Die werde ich sanieren und hellelfenbeinfarben und blau anstreichen, so wie die Celler Straßenbahn aussah", antwortet Schladebusch und fügt hinzu: "Als Pastor für Führungskräfte in der Wirtschaft interessieren mich die geschichtlichen und aktuellen Entwicklungen in den Unternehmen. Die Trüller-Werke haben mit ihrer Gründerpersönlichkeit eine äußerst faszinierende Entwicklung hingelegt. Nach seinem frühen Tod und dem späteren Verkauf setzte jedoch auch ein dramatischer Niedergang ein. Mit dem Abriss der Fabrik und anderer Trüller-Gebäude wurden Zeugnisse einer beispiellosen Celler Industriegeschichte gedankenlos beseitigt." Die Straßenbahn werde künftig "vielleicht so etwas wie ein greifbarer Diskussions- und Lernort dazu sein. Hier sollen später auch Gespräche mit Personen aus Wirtschaft, Kirche und Politik in kleiner Runde stattfinden, die dann im Internet als wirtschaftsethische Filmbeiträge zu sehen sein werden".

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