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Celle Stadt Eziden begrüßen das neue Jahr
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Eziden begrüßen das neue Jahr
18:45 17.04.2019
Rund 300 Eziden haben gemeinsam an der Trift das Neujahrsfest gefeiert. Quelle: Benjamin Behrens
Neuenhäusen

Energisch schlägt die kleine Arjin das grün gefärbte Hühnerei gegen das blaue Gegenstück, was Sibel ihr hinhält. Die Schale bricht, jetzt kann der Inhalt verspeist werden. Die beiden Mädchen lachen fröhlich und haben einen guten Grund. Für Eziden auf der ganzen Welt hat am Mittwoch das neue Jahr begonnen. Rund 300 Eziden aus Celle haben es gestern gemeinsam in den Trift-Anlagen begrüßt.

Bunt gefärbte Eier gehören zum Fest

Bunt gefärbte Eier gehören ebenso zum Fest wie den Osterkränzen ähnlicher Türschmuck und der kurdische Gruß „Piroz be cejna Carsema Sor“, der übersetzt "Frohes Neujahrsfest" bedeutet. Der Begriff "Carsemar Sor" steht für den sogenannten „roten Mittwoch“, den Tag, an dem dem Glauben nach die Strahlen der Sonne das erste Mal die Erde rot färbten.

Bänder in Nationalfarben beliebt

Gazal Yalti hat sich an diesem besonderen Tag für entsprechende Kleidung in den kurdischen Nationalfarben Grün, Gelb und Rot entschieden. „Auch Bänder in den Nationalfarben sind sehr beliebt“, sagt Yalti. Die kleinen geflochtenen Bändchen werden am ezidischen Neujahrstag umgebunden und sollen Glück bringen. Traditionell dürfen sie nicht einfach entfernt werden, sondern müssen getragen werden, bis sie von alleine abfallen. „In den Dörfern hat man es früher auch den Tieren angebunden, damit das Feld fruchtbar wird, hat mir meine Oma erzählt“, sagt Behiye Uca. Die Ezidin sitzt für die Partei Die Linke im Kreistag und Rat der Stadt Celle.

Mit Musik, Gebeten, Tanz und vielen Köstlichkeiten haben rund 300 Teilnehmer in den Trift-Anlagen gefeiert.

"Eziden sind ein Teil der Stadt"

Organisator hinter der fröhlichen Feier ist das Ezidische Kulturzentrum Celle (EKZ). „Wir bedanken uns bei der Stadt Celle und den Celler Bürgern“, sagt Rezan Uca, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit beim EKZ. „Die Celler Eziden leben seit fast 50 Jahren hier. Wir sind ein Teil der Stadt“, sagt Uca. Was sich die Gemeinde für das neue Jahr wünscht? „Wir wünschen uns Frieden auf der ganzen Welt und am meisten für das kurdische Volk. Wir möchten nicht mehr die Genozide wie 2014 erleben“, hofft Uca. Im August 2014 überfiel der Islamische Staat (IS) die Stadt Schindsar, sie ist das größte Siedlungsgebiet der Kurden im Irak. Mehrere Tausend Menschen mussten fliehen oder wurden getötet.

Auch deshalb hält das fröhliche Treiben mit lauter Musik, Tänzen und mehr für einen Augenblick inne. Die Folkloreband auf der Bühne pausiert. „Das ist eine Schweigeminute für die, die wegen ihres ezidischen Glaubens gestorben sind“, sagt Behiye Uca. Das Neujahrsfest wird von dem ernsten Moment nicht getrübt. Als die Band zum Tanz spielt, reihen sich Etliche ein.

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