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Celle Stadt FOC in Soltau: Stadt sieht weiter „Fehlentwicklung“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt FOC in Soltau: Stadt sieht weiter „Fehlentwicklung“
15:18 13.06.2010
Von Oliver Gatz
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Celle Stadt

„Wir halten die Ansiedlung nach wie vor für eine Fehlentwicklung“, sagte der städtische Pressesprecher Wolfgang Fischer. „Sie ist raumordnerisch und städtebaulich fragwürdig. Wir stehen in engem Kontakt mit anderen betroffenen Städten und werden uns über das weitere Vorgehen beraten.“

Die Kaufkraft für ein FOC könne nur aus den benachbarten Städten kommen, sagte Fischer. Sie werde somit auch aus Celle abfließen. „Wir haben bisher nicht geklagt, würden uns aber einer Lüneburger Klage anschließen.“ Für die Städte sei es jedoch schwierig, konkrete Nachteile gerichtsfest zu formulieren. Die neuerlichen Sortimentsbeschränkungen machten es nicht einfacher.

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Die Mutschler-Gruppe als Investor des FOC hat kürzlich mit dem Land, dem Kreis und der Stadt Soltau einen Vertrag geschlossen. Er sieht Kontrollen und Sortimentsbeschränkungen vor. Auch Bispingen und Bad Fallingbostel hatten sich zuvor als FOC-Standorte beworben. Die Regierung lässt in der Heide abseits der Oberzentren aber nur eines zu. „Ich gehe davon aus, dass weitere juristische Schritte folgen“, sagte Stephan Löb, Sprecher der Regierungsvertretung Lüneburg, mit Bezug auf die Haltung Bispingens.

Zu den Auswirkungen eines FOC auf die Region sind in der Vergangenheit für alle potenziellen Standorte Gutachten erstellt worden. „Demnach liegt der zu erwartende Kaufkraftabfluss für Celle unter zwei Prozent“, erläuterte Löb. Seinen Angaben zufolge gilt ein Kaufkraftabfluss von bis zu zehn Prozent für Städte als verkraftbar. Das Fabrikverkaufszentrum wolle Kundschaft im Großraum zwischen Hamburg, Bremen und Hannover ansprechen, sagte Löb. Mit zunehmender Entfernung zum FOC sinke auch die Zahl der potenziellen Käufer. Celle als Oberzentrum habe im Einzelhandel eine „Eigenanziehung“, die die Kundschaft stark an die Stadt binde, fügte Löb hinzu.

Sylvie Mutschler, Geschäftsführerin und Inhaberin des Ulmer Projekt-Entwicklers und Investors, der Erwin Mutschler GmbH, zeigte sich fest überzeugt, dass das FOC im Soltauer Ortsteil Harber realisiert wird: „Die Entscheidung ist gefallen. Alle Weichen sind gestellt.“ Es sei nur eine Frage der Zeit, bis der Grundstein gelegt werde. FOC-Betreiber werde das britische Unternehmen GVA Grimley sein. Mietverträge mit Anbietern seien noch nicht abgeschlossen. Zum Angebot sollen größtenteils Textil- und Lederwaren gehören – Vorsaisonware, Auslaufmodelle und Waren aus Überproduktion. Früheren Angaben zufolge beträgt das Investitionsvolumen 30 bis 35 Millionen Euro.