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Celle Stadt Farbenreichtum karibischen Lebens
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Farbenreichtum karibischen Lebens
16:17 10.07.2011
Karibische Farben, gespiegelte Melancholie Quelle: Aneka Schult
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HAMBÜHREN. Durch den Untertitel „Feine Kunst aus Havanna, Kuba“ spätestens erschließt sich dem Betrachter auch der thematische Rahmen: die farb- wie ausdrucksstarken Bilder des Künstlers Nicolás Anferro Alayo kreisen um die Figur, den Menschen, Gefühle, sein Wesen. Die Menschen, die er zeigt, leben in dem Inselstaat Kuba, in der Karibik, auf den Großen Antillen. In ihren Farben, den maskenhaften und äußerst sinnlichen Physiognomien erinnern sie an die Kunst einstiger Völker wie das präkolumbische Volk der Taíno, tragen aber auch den melancholischen Ausdruck verunsicherter Kreaturen einer zerrissenen Zivilisation in sich. Alayo kennt die europäische Kunsttradition ebenso wie er seine Beobachtungen, seine Herkunft in den Arbeiten transportiert. Die realistisch-expressiven Bilder sprechen eine eigene, nur bedingt für die kubanische Kunst charakteristische Sprache. Sie vermitteln dem Betrachter hautnah die Schönheit der schwarzen Menschen, besonders der Frauen, und zeichnen ungehemmten Ausdruck aufrichtig empfundener Emotionen nach. Sie spiegeln auf einfache und authentische Weise die Intensität und den Farbenreichtum des karibischen Lebens, samt seiner Geheimnisse, Spiritualität und Melancholie.

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Alayo, stammend aus Habana Vieja, Jahrgang 1954, ist Autodidakt, der inzwischen weltweit Anerkennung gefunden hat. Seine Gemälde wurden erfolgreich in Italien, in den USA, der Schweiz und in Belgien ausgestellt. Der Künstler besitzt ein Studio in der Altstadt von Habanna, in dem er Schüler unterrichtet und das zu einem Treffpunkt kubanischer Künstler geworden ist. Dort hat ihn auch Lizi Christiansen, die Leiterin Marketing der Firma Chriwa im vergangenen Jahr kennengelernt. Sofort war sie von seiner Handschrift, besonders von den Großformaten fasziniert. Eines hätte sie spontan an Velasquez erinnert. Schnell war ihr klar: diese Bilder gehören an eine breite Öffentlichkeit. Der rege Zuspruch zeigte sich bei der Ausstellungseröffnung. Zu karibischen Klängen und landestypischen Gaumenfreuden von Mojito bis Cuba Libre stellten die zahlreich erschienen Besucher dem Künstler ihre Fragen, darunter jene, ob es Vorbilder gebe: „Ja“, so Alayo. „Kokoschka, Munch und Dix.“ Seine Malweise aber gehöre ihm allein. Und die Botschaften, die er mit den Bildern weitergibt.

Zu sehen in den Geschäftsräumen der Firma Chriwa im Bruchweg 30 in Hambühren, montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr.

Von Aneka Schult