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Celle Stadt Fast unlösbare Aufgabe
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Fast unlösbare Aufgabe
14:17 13.06.2010
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Kommentar

Noch ist der Weg weit zu einer Welt ohne Atomwaffen, wie sie US-Präsident Barack Obama vorschwebt. Mit Russland, dem früheren Gegner im Kalten Krieg, hat er sich bereits auf einen Vertrag zur nuklearen Abrüstung geeinigt. Doch die größten Probleme liegen noch vor ihm.

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Macht die internationale Konferenz zur Atomsicherheit die Welt wirklich sicherer? Die größte Gefahr sei der Einsatz von Atomwaffen durch Terroristen, erklärten gestern Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel übereinstimmend. Doch Terroristen nehmen nun einmal nicht an Gipfeltreffen zur atomaren Sicherheit teil – ebenso wenig wie der Iran, der einerseits nach Atomwaffen strebt und der andererseits über beste Kontakte zu Terroristen in aller Welt verfügt. Angst vor dem Iran haben aus diesem Grunde nicht nur die Israelis, denen die Mullahs schon mehrfach mit Vernichtung gedroht haben, sondern auch viele westliche und arabische Staaten. So wirkt es nicht gerade beruhigend, wenn der Iran schon vorab verlauten lässt, er werde jeden Beschluss der Atomkonferenz ignorieren. Wer so redet und handelt, lässt sich auch durch verschärfte Sanktionen nicht beeindrucken.

Obamas Ziel, in vier Jahren sämtliches spaltbares Material zu sichern, ist nicht zu erreichen, so lange sich Staaten wie der Iran und Nordkorea querstellen. Und auch Pakistan, enger Verbündeter der USA im Kampf gegen den Terror, lässt sich nur ungern in die (nuklearen) Karten schauen – aus Angst vor dem Nachbarn Indien. Doch wenn nur ein Land auf der Erde zulässt, dass spaltbares Material in die falschen Hände gerät, ist der Weltfrieden gefährdet. So steht der amerikanische Präsident, der die Atomwaffenarsenale der Welt schrittweise abbauen will, vor einer fast unlösbaren Aufgabe.

Michael Regehly

Von Michael Regehly