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Celle Stadt Mit Lego zum Mars
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mit Lego zum Mars
15:36 11.04.2019
Von Svenja Gajek
Die Lego-Roboter müssen verschiedene Aufgaben erfüllen. Wenn etwas nicht funktioniert, kann das Problem sofort am Computer gelöst werden. Quelle: David Borghoff
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Celle

Zielsicher greift Leif in eine Kiste und holt passende Teile für seinen Lego Mindstorms-Roboter hervor. Er und sein Team basteln schon seit einigen Stunden an ihrem Projekt. Sie sitzen an einem Laptop, auf dem sie die Bauanleitung Schritt für Schritt nachvollziehen können. „Man muss sich gut konzentrieren“, sagt der 13-Jährige, „damit hinterher auch alles richtig funktioniert“. Gerade bauen er und sein Team ein Startmodul zusammen, das den fertigen Roboter in Bewegung bringen soll.

Fast wie bei einer echten Weltraummission

Zwölf Schüler haben sich am Mittwoch und Donnerstag in der museumspädagogischen Werkstatt des Bomann-Museums zu einem besonderen Ferien-Workshop versammelt. Sie konstruieren kleine Fahrroboter, programmieren diese und stellen dann eine Marsexpedition spielerisch nach. Im Raum steht ein etwa zwei Quadratmeter großes Holztablett mit einer aufgedruckten Marsoberfläche. Auf diesem sind verschiedene Aufgaben verteilt, welche die programmierten Maschinen erfüllen müssen. So gilt es zum Beispiel, punktgenau vor kleinen Astronauten-Legofiguren anzuhalten und diese anzuheben oder per Knopfdruck eine Rakete abzufeuern. „Das sind schon realistische Arbeiten, die bei einer echten Marsmission anstehen könnten“, erklärt Workshop-Leiter Herbert Schütze, „natürlich in stark vereinfachter Form“.

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Selbstlernender Roboter

Schützes Sohn, der 16-jährige Christoph, hilft beim Programmieren. Er selbst konnte schon zehn Jahre lang Erfahrung in dem Bereich sammeln: „Ich habe mal für ein ‚Jugend forscht‘-Projekt einen selbstlernenden Roboter programmiert, der seine Fahrlinie allein korrigieren konnte. Das klingt simpel, ist in Wirklichkeit aber ein komplexer Vorgang, denn die Maschine muss verschiedene Regler mit bestimmter Intensität gegeneinander gewichten.“

Der Lego-Roboter soll einen Kreis entlang fahren. Dabei orientiert er sich an der Farbe. Quelle: David Borghoff

Farben lösen Aktionen aus

Soweit sind die Teilnehmer des Workshops noch nicht. Trotzdem üben sie schon fleißig, damit ihre Roboter einfache Befehle ausführen können. Max deutet auf eine Reihe von Farbflächen. „Die Roboter können so programmiert werden, dass sie bei einer bestimmten Farbe anhalten“, sagt der 10-Jährige, „man kann auch eine Variable daraus machen: Bei den unterschiedlichen Farben führen sie jeweils eine andere Aktion aus. Dazu muss aber der Lichtsensor genau kalibriert werden“.

Finjas, Max und Jan (von links) lassen ihren Roboter über verschiedene Farbflächen fahren. An unterschiedlichen Stellen wird jeweils ein anderes Programm abgespielt. Quelle: David Borghoff
Mit einem Lichtsensor tastet der Lego-Roboter den Untergrund ab. Quelle: David Borghoff

Geringe weibliche Teilnahme

Die 13-jährige Emilia ist das einzige Mädchen unter den jungen Tüftlern: „Ich war letztes Jahr schon dabei. Es hat großen Spaß gemacht und ich wollte wieder herkommen. Mit den Jungs habe ich keine Probleme. Klar, am Anfang waren alle etwas zurückhaltend, aber mittlerweile sind wir ein gutes Team.“

Kinder für Technik begeistern

Initiiert wurde der Workshop durch die Stiftung Niedersachsen Metall. „Wir fördern den Ingenieursnachwuchs“, erklärt Bildungsreferent Ulrich Rode, „Lego bietet seit jeher eine gute Möglichkeit, technische Fähigkeiten der Kinder zu entwickeln“. Tatsächlich ist es erstaunlich, was das Spielzeug inzwischen leistet. „Das Schöne ist ja, dass die Schüler ihre Programme gleich ausprobieren können“, sagt Schütze, „wenn etwas nicht funktioniert, korrigieren sie es sofort am Computer“.

Ingenieure von Morgen

Leif interessiert sich sehr für das Programmieren, weiß aber noch nicht, ob er einen Beruf in diesem Feld ergreifen möchte. Vielleicht wird er ja später zu der Gruppe Ingenieure gehören, die den ersten bemannten Flug zum Mars unternimmt.

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