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Celle Stadt Feuerwehr: PPP 18 Prozent billiger
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Feuerwehr: PPP 18 Prozent billiger
15:30 05.07.2011
Von Michael Ende
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Celle Stadt

CELLE. Kann sich ein in öffentlich-privater Partnerschaft (PPP) realisiertes Großprojekt für die öffentliche Hand rechnen? Darüber hat die Celler Politik am Beispiel des auf dem Saarfeld geplanten Baus der Feuerwehr-Hauptwache in den vergangenen Monaten heftig gestritten. In der heute um 18 Uhr in der Congress Union beginnenden Ratssitzung dürfte der Streit entschieden werden - und zwar für ein PPP-Vorhaben. "So hat sich der Verwaltungsausschuss am Montag mit ganz breiter Mehrheit entschieden - und zwar weil nach seriösen Berechnungen ein PPP-Projekt unterm Strich rund 18 Prozent günstiger als ein normaler öfffentlicher Bau kommen dürfte", sagte gestern Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD).

Nach dem PPP-Modell zahlt die Stadt in der Vertragslaufzeit von 25 Jahren jährlich 1,6 Millionen Euro an den Investor. Die Baukosten werden auf 16 Millionen Euro geschätzt. Der externe Berater und bekannte PPP-Gegner Robert Kösling hatte das geplante Celler Vorgehen kritisiert. "Die Mehrheit im Verwaltungsausschuss ist aber zum Schluss gekommen, dass Köslings eher allgemeine, floskelhafte Kritik wenig stichhaltig sei", so Mende. Die zahlreichen Anträge der "Unabhängigen", die sich mit "Kreuz- und Querverweisen" mit dem PPP-Thema beschäftigten, seien vom Verwaltungsausschuss entweder als erledigt oder überflüssig erklärt worden. In Ratskreisen wird vermutet, dass die "Unabhängigen" über den PPP-Hebel den gesamtem Umzug der Feuerwehr auf das Saarfeld kippen wollen.

Dazu werde es nicht kommen, so Mende: "Der Verwaltungsausschuss hat sich entschlossen, der Firma Goldbeck Public Partner den Zuschlag zu erteilen." Schwerpunkt der Bielefelder Goldbeck GmbH ist das Konzipieren, Bauen und Betreuen von Bürogebäuden, Hallen und Parkhäusern. Der Goldbeck-Jahresumsatz liegt heute nach eigenen Angaben bei über einer Milliarde Euro; 2.650 Mitarbeiter sind im Unternehmen tätig. Einzelheiten des Vertrags mit Goldbeck seien vertraulich, so Mende: "Deshalb muss die Vergabe morgen laut Gemeindeordnung im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung geschehen. Hätte der Verwaltungsausschuss etwas Anderes beschlossen, hätte ich das anfechten müssen." Mende gibt sich zuversichtlich, das Goldbeck im Herbst "loslegen" könne: "Das Objekt soll im November 2012 fertig sein."