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Celle Stadt So geht es mit Karstadt in Celle weiter
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Filiale in Celle: Entscheidung zu Zukunft von Karstadt gefallen

13:51 19.06.2020
Von Christoph Zimmer
Die Filiale von Karstadt in der Celler Innenstadt.  Quelle: Oliver Knoblich
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Celle

Die Schließung von mehr als einem Drittel der Galeria Karstadt-Kaufhof-Filialen ist nach Einschätzung der Unternehmensführung der einzige Weg, um das Unternehmen zu retten. "Wir wissen, was dies für die betroffenen Mitarbeiter bedeutet. Aber dieser Schritt ist ohne Alternative, weil diese Filialen den Gesamtbestand des Unternehmens gefährden", sagte der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz am Freitag. Letztlich gehe es darum, das Unternehmen und damit viele tausend Arbeitsplätze zu sichern. Wie der NDR auf seiner Internetseite berichtet, bleibt der Standort in Celle erhalten. Die Gewerkschaft Verdi bestätigte die Entscheidung wenig später.

Vor der Schließung stehen die Filialen in Braunschweig (Kaufhof, 79 Beschäftigte), Bremerhaven (Karstadt, 66), Goslar (Karstadt, 67), Hannover (Karstadt, 101)
und Osnabrück (Kaufhof, 65).

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Filiale von Karstadt in Celle vor 91 Jahren gebaut

Der Filiale von Karstadt in Celle drohte nicht zum ersten Mal in ihrer Geschichte die Schließung. Die Folgen für Mitarbeiter und Kaufkraft wären riesig. Es wäre aber auch eine Chance für die Entwicklung der Innenstadt auch im Hinblick auf Wohnbebauung gewesen, wie Experten finden. Die Filiale von Karstadt in Celle wurde vor rund 91 Jahren gebaut.

Die Planung des Konzerns sieht vor, "zunächst 62 von 172 Filialen und zwei sogenannte Schnäppchencenter" zu schließen. Für sie bestehe angesichts der Auswirkungen der Corona-Krise keine wirtschaftliche Fortführungsperpektive mehr, betonte Gleiwitz. Welche Filialen genau betroffen sind, darüber sollten die Mitarbeiter am Freitagnachmittag gegen 14 Uhr informiert werden.

Die Filiale von Karstadt in Celle wurde vor rund 91 Jahren gebaut.  Quelle: Stadtarchiv Celle

Schon zwei Stunden früher sollten die Führungskräfte Details der Zukunftsplanung erfahren. Durch die Schließung und weitere Sparmaßnahmen dürften mindestens 5000 der 28 000 Stellen bei dem Konzern wegfallen.

Zahl der Filialschließungen fällt geringer aus als erwartet

Die Zahl der Filialschließungen fällt allerdings etwas geringer aus als zunächst befürchtet. Ursprünglich hatte die Geschäftsführung sogar signalisiert, dass im Zuge der Sanierung des ums Überleben kämpfenden Unternehmens bis zu 80 Filialen geschlossen werden könnten.

Erst am Donnerstagabend hatten sich das Unternehmen, der Gesamtbetriebsrat und die Gewerkschaft Verdi auf einen Sozialplan und einen Interessenausgleich verständigt. Bestandteil der Einigung ist auch eine Transfergesellschaft für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das Unternehmen verlassen müssen. Zudem wurden tarifliche Regelungen für die Beschäftigten getroffen, die im Unternehmen bleiben.

Handelsriese durch Corona in einer schweren Krise

Der gerichtlich bestellte Sachwalter Frank Kebekus begrüßte die Einigung mit den Arbeitnehmern. Jetzt müsse aber auch noch "zeitnah" eine befriedigende Lösung mit den Vermietern gefunden werden.

Der Handelsriese war durch die pandemiebedingte Schließung aller Filialen in eine schwere Krise geraten und hatte Anfang April Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen. Galeria Karstadt Kaufhof rechnet durch die Pandemie und den durch sie ausgelösten Konjunkturabschwung bis Ende 2022 mit Umsatzeinbußen von bis zu 1,4 Milliarden Euro.

Oliver Gatz 19.06.2020
Jürgen Poestges 19.06.2020