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Celle Stadt Internetseite verärgert AKH-Mitarbeiter
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Internetseite verärgert AKH-Mitarbeiter
08:00 13.04.2019
Von Gunther Meinrenken
Der ehemalige AKH-Vorstand Stephan Judick sorgt mit seinem Internetauftritt für seine neuen Unternehmen für Verärgerung unter den Mitarbeitern der Celler Klinik. Quelle: Christian Bierwagen
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Celle

Stephan Judick, langjähriger Vorstand der AKH-Gruppe, zu der auch noch das Klinikum Peine gehört, hat sich selbstständig gemacht – als Unternehmensberater im Gesundheitswesen. Bei den AKH-Mitarbeitern kommt das nicht besonders gut an.

Unternehmensberater im Gesundheitswesen

Seit April ist die neue Homepage von Judick unter www.stephan-judick.de am Start. Darauf ist zu lesen, dass der ehemalige AKH-Vorstand nun drei eigene Unternehmen leitet: eines für Führungs- und Businesscoaching, eines für Personalvermittlung im Gesundheitssektor (Zitat: "Die diplomierten Fachkräfte stammen dabei vorwiegend aus Griechenland, Bulgarien, Ungarn, Kroatien und Polen.") und schließlich die "Stephan Judick Beratung und Gestaltung GmbH i. G.", die "erfolgreiche Sanierungs- sowie Konsolidierungsstrategien" entwickelt.

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16,5 Millionen Euro Miese und Missbrauch von Baukredit

Bei der Belegschaft des AKH kommt das nicht gut an. Besonders sauer stößt den Mitarbeitern auf, dass Judick auf seiner Internetseite von "erfolgreichen Sanierungsmaßnahmen der beiden Krankenhäuser in Celle und Peine" spricht. Dabei sieht sich Judick dem Vorwurf ausgesetzt, "die wirtschaftliche Situation in der AKH-Gruppe in der Vergangenheit zu positiv dargestellt zu haben", wie es sein Nachfolger Martin Windmann formulierte. Mit 16,5 Millionen Euro, so stellten Wirtschaftsprüfer fest, stand das AKH nach dem Weggang von Judick auf einmal im Minus. Hinzu kam der Missbrauch eines Baukredits, der in seine Vorstandstätigkeit fällt.

Betriebsrat mehr als erstaunt

Vor diesem Hintergrund ist der Betriebsrat mehr als erstaunt über die Aussagen von Judick auf dessen Internetseite. "Das Ergebnis von minus 16,5 Millionen Euro beweist, dass die alte Krise nicht bewältigt wurde und somit die Häuser auch nicht saniert wurden. Der Inhalt dieser Internetseite ist ein Schlag ins Gesicht für alle Mitarbeiter, die jetzt die Folgen der Finanzkrise ausbaden müssen", sagte Konzernbetriebsratsvorsitzender Ralf Laumert.

Judick selbst, der sich Ende März in gegenseitigem Einvernehmen nach etwa einem Jahr von seinem neuen Arbeitgeber, dem Klinikum Herford, getrennt hatte, wollte sich inhaltlich nicht zu dem Thema äußern. Nur so viel teilte er auf Anfrage mit: "Die Darstellungen in der Celleschen Zeitung sind in ihrer Art und Weise aus meiner Sicht nicht zutreffend und somit für mich ehr- und rufschädigend." (gu)

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