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Celle Stadt Peine rüstet sich für zweiten Kredit
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Peine rüstet sich für zweiten Kredit
17:07 27.02.2019
Von Gunther Meinrenken
Im Dezember konnte die Zahlungsfähigkeit des AKH und auch des Klinikums Peine nur mit einem Notkredit erhalten werden. Der Landkreis Peine rüstet sich für ein mögliches weiteres Darlehen.
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Celle

12 Millionen Euro für das AKH, 2 Millionen Euro für das Klinikum Peine – im Dezember haben die beiden Landkreise den jeweiligen Krankenhäusern mit Notkrediten aushelfen müssen, um eine Zahlungsunfähigkeit der Kliniken in letzter Minute abzuwenden. Nur zwei Monate später scheint sich die Situation weiter zu verschärfen – zumindest in Peine trifft man Vorsorge. Der dortige Kreistag hat im Rahmen eines Nachtragshaushalts ein weiteres Darlehen für das Klinikum Peine in Höhe von 2 Millionen Euro eingeplant. Abgerufen wurde die Finanzspritze noch nicht, der Landkreis Peine baut allerdings für den Fall der Fälle vor.

Weiterer Unterstützungsbedarf nicht auszuschließen

"Für das Klinikum Peine wird derzeit ein Sanierungsgutachten erstellt. Die Erstellung wird jedoch einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten in Anspruch nehmen. Anschließend können für die Sanierung in der Regel wieder Bankdarlehen in Anspruch genommen werden. Es ist aber nicht auszuschließen, dass vor Fertigstellung des Gutachtens ein weiterer finanzieller Unterstützungsbedarf vorhanden ist", heißt es dazu in der Beschlussvorlage für den Peiner Kreistag. Oder wie Fabian Laaß, Sprecher des Landkreises Peine, es formuliert: "Für den Fall, dass eine erneute Finanzierungslücke entsteht, haben wir uns gerüstet."

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Enttäuscht von "großer Schwester"

In den Reihen der Politik des Peiner Landkreises schwingt mit, dass man von der "großen Schwester", dem Celler AKH, enttäuscht ist. Dafür ist in erster Linie der Beschluss verantwortlich, Ende Juni dieses Jahres die Fachabteilung für Frauenheilkunde am Klinikum Peine zu schließen. Ein schwerer Schlag für die medizinische Grundversorgung im Raum Peine.

Peine will eigenes Gutachten

Kein Wunder also, dass man sich beim Landkreis Peine nicht alleine auf die Erkenntnisse aus dem Sanierungsgutachten, auch S6-Gutachten genannt, das von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer für die beiden Kliniken der AKH-Gruppe erstellt wird, verlassen möchte. 100.000 Euro stellt der Peiner Kreistag deshalb für die Erstellung eines eigenen Gutachtens zur Verfügung, das der Frage nachgehen soll, "welche speziellen Handlungsalternativen für das Klinikum Peine vorhanden sind".

AKH bekräftigt Sanierung von Peine

Dazu der Peiner Landkreissprecher Laaß: "Wir wollen eine zweite Expertise. Wir gehen konstruktiv mit der Angelegenheit um und haben das Wohl des Standortes Peine vor Augen. Seitens der AKH-Gruppe wurden erste Schritte zur Sanierung eingeleitet. Sicherlich ist die Schließung der Klinik für Frauenheilkunde eine schwierige Entscheidung. Allerdings müssen bestimmte Zahlen und auch die benötigten Fachkräfte gewährleistet sein. Uns als Landkreis kommt es darauf an, dass das Krankenhaus zukunftssicher aufgestellt wird." AKH-Sprecher Ralf Kuchenbuch bekräftigt, dass man an einer Sanierung des Klinikums Peine wie geplant festhalte. Trennungsgerüchte, die bereits in Peine kolportiert werden, "sind uns nicht bekannt. Die medizinische Grundversorgung wird selbstverständlich auch ohne Hilfe anderer Häuser aufrechterhalten bleiben", so Kuchenbuch. Die zwei Millionen Euro des Liquiditätskredites für Peine seien bisher nicht aufgebraucht worden. Für den Standort Celle geht er davon aus, dass "aus heutiger Sicht ein Nachschießen nicht erforderlich" sein werde.

Gunther Meinrenken 27.02.2019
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