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Celle Stadt Kredit sichert Dezember-Gehälter
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kredit sichert Dezember-Gehälter
16:19 21.12.2018
Von Gunther Meinrenken
Nur durch einen Kredit des Landkreises in Höhe von 12 Millionen Euro hat das AKH im aktuell seine Zahlungsfähigkeit aufrechterhalten können. Quelle: Christian Link
Celle

Kurz vor Weihnachten stimmen der AKH-Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Wiswe und AKH-Vorstand Martin Windmann die Mitarbeiter auf einen harten Sanierungskurs ein. Die finanzielle Situation am Celler Allgemeinen Krankenhaus übertrifft noch die schlimmsten Befürchtungen. Mit der Finanzspritze in Höhe von 12 Millionen Euro an das AKH, die der Kreisausschuss gestern bewilligt hat, hat der Landkreis Celle eine drohende Insolvenz der Klinik abgewendet. Das geht aus der Beschlussvorlage für die Sitzung hervor. Ohne die Soforthilfe des Landkreises hätte demnach eine Zahlungsunfähigkeit der AKH-Gruppe gedroht, laufende Rechnungen und die Dezember-Gehälter hätten nicht mehr bezahlt werden können, heißt es.

Bereits im Oktober hatten Windmann und Wiswe die Belegschaft mit unerfreulichen Nachrichten überrascht. Der neue AKH-Vorstand, der zu Beginn des Jahres den Posten von Stephan Judick übernommen hatte, stellte fest, dass die wirtschaftliche Situation der AKH-Gruppe in der Vergangenheit zu positiv dargestellt worden sei. Windmann hatte von Wirtschaftsprüfern ausstehende Forderungen gegenüber den Krankenkassen in Millionenhöhe untersuchen lassen. Das Ergebnis: In der Summe von 16,5 Millionen Euro seien diese nicht mehr "werthaltig" gewesen. Das Jahresergebnis 2017 schloss mit eben dieser Summe im Minus ab.

Doch es kam noch schlimmer. Ausschlaggebend für die akute Finanznot ist die Zweckentfremdung eines Kredits zu Zeiten, in denen der ehemalige Vorstand Judick in der Verantwortung stand. Die Evangelische Bank hatte dem AKH einen Kredit in Höhe von 25 Millionen Euro gewährt. Vorgesehen war das Geld für Restzahlungen für den 2016 fertiggestellten Neubau und hauptsächlich für den nächsten Bauabschnitt, die Neustrukturierung des Funktions- und Pflegebereichs, wofür ein weiteres Gebäude zwischen Neubau und Verwaltung entstehen sollte. Doch nach CZ-Informationen sollen von diesem Kredit seit Frühjahr 2016 auch laufende Ausgaben bestritten worden sein.

Der Landkreis bestätigt dies. So heißt es in der Vorlage für den Kreisausschuss: "Von diesen 25 Millionen Euro wurden lediglich 4 Millionen Euro vertragsgemäß verwendet. Die restlichen 21 Millionen Euro wurden nicht wie im Darlehensvertrag angegeben für Baumaßnahmen, sondern teilweise als Betriebsmittelkredit verwendet." Die zweckentfremdete Summe soll bei etwa 6 Millionen Euro liegen. Als dies der Evangelischen Bank mitgeteilt wurde, sind die restlichen 15 Millionen Euro quasi eingefroren worden. Das AKH geriet in akute Finanznot, in der der Landkreis jetzt ausgeholfen hat.

Kaum vorstellbar, dass die Zweckentfremdung des Baukredits ohne das Wissen des damaligen Vorstands Judick geschehen ist. Windmann und Wiswe wollen dazu nichts sagen – es handele sich um ein laufendes Verfahren. Auch Judick möchte sich zu dem Sachverhalt nicht äußern. Er lässt sich mittlerweile durch einen Anwalt vertreten, der auch "die Presseberichterstattung aufmerksam und gründlich verfolgen und rechtliche Schritte einleiten" werde, "sofern dies zur Wahrung der Rechte unseres Mandanten erforderlich ist".

Verschärft wird die Finanzmisere in Celle und Peine noch weiter dadurch, dass das laufende Geschäftsjahr in beiden Häusern voraussichtlich mit einem Minus von etwa 3 Millionen Euro beziehungsweise 2 Millionen Euro abschließen wird. Den Mitarbeitern stehen harte Zeiten bevor.

"Wir müssen mindesten Kosten von 5 Millionen Euro einsparen oder entsprechend die Erlöse steigern", sagte Wiswe. So würden die Investitionen erst einmal auf ein Minimum heruntergefahren. Windmann informierte noch gestern die Mitarbeiter über die neuesten Entwicklungen. In seinem Brief heißt es: "Die AKH-Gruppe muss zur Sicherung der Zukunft jetzt schnellstens einen sicherlich nicht leichten Sanierungsweg beschreiten. Unsere Strukturen und Prozesse müssen überprüft und dann entsprechend verändert werden. Denkverbote gibt es hier nicht. Dies bedeutet daher auch Einsparungen im Personalbereich über alle Berufsgruppen. Erste Ergebnisse der laufenden Analysen zur Personalsituation zeigen die Notwendigkeit einer Reduzierung des Personals über fast alle Bereiche hinweg."

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