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Celle Stadt 400 Schüler streiken in Celle für Klimaschutz
Celle Aus der Stadt Celle Stadt 400 Schüler streiken in Celle für Klimaschutz
20:08 15.03.2019
Von Christian Link
Auf der Stechbahn versammeln sich die rund 400 Teilnehmer des zweiten Celler Schülerstreiks für mehr Klimaschutz. Quelle: Christian Link
Celle

"Wir waren mindestens 400 Leute, und total viele, die heute da waren, hatten schon Schulschluss", sagt Paula Seidensticker, eine der drei Organisatorinnen der Bewegung "Fridays for Future" (FFF) in der Herzogstadt: "Wir haben ganz klar gezeigt, dass wir bei jedem Wetter demonstrieren, weil es uns um die Sache geht."

Insbesondere die Celler AfD hatte den FFF-Demonstranten vorgeworfen, dass bei ihnen das "massenhafte Schulschwänzen" im Vordergrund steht. Bei Facebook äußerten sich viele Nutzer ebenfalls in dieser Hinsicht und fragten etwa: "Wie viele der engagierten Schüler würden denn an einem Sonntagmorgen kommen?" – Darauf erwidert FFF-Mitorganisatorin Valerie Struck: "Ich finde es erschreckend, dass die Tatsache, wann gestreikt wird, derzeit mehr thematisiert wird als die Frage, worüber gestreikt wird."

Schüler demonstrieren für den Klimaschutz: Bei der zweiten Freitagsdemo in Celle protestieren rund 400 Teilnehmer unter dem Motto "Fridays for Future" für einen besseren Schutz der Umwelt. (Fotos: Christian Link)

Ihre Forderungen äußerten die Schüler wie schon beim FFF-Auftakt vor vier Wochen auf vielen kreativ gestalteten Pappschildern. Darauf standen etwa Sprüche wie: "Fehlstunden verkraften wir, die Klimakrise eher nicht so", "Wäre die Erde eine Bank, hättet ihr sie selbst gerettet" oder "Lieber guter Weihnachtsmann, kommst du auch im Sommer an?".

Beispielhaft für so ziemlich alle Schüler erläuterte Jonte Mirete vom Ernestinum seine Motivation für die Teilnahme am Streik: "Ich will hier heute dafür demonstrieren, dass die Politiker wach werden und verstehen, dass es so nicht weitergeht." Um dieses Ziel zu erreichen, nehme er notfalls auch einige Fehlstunden in Kauf. "Warum soll ich für eine Zukunft lernen, die ich nicht haben werde?", fragte der 10-Jährige.

"Freitags bekommen wir mehr Aufmerksamkeit"

Schlagfertig zeigte sich auch Demo-Teilnehmerin Paula Schecker vom Hermann-Billung-Gymnasium. "Ich möchte gerne in einer Zukunft leben, in der ich nicht vom Meeresspiegel überrascht werde", sagte die 15-Jährige und erklärte nochmal für alle, warum der Schülerstreik nicht am Wochenende stattfindet: "Wir bekommen an einem Freitag wesentlich mehr Aufmerksamkeit."

Auf dem Weg von der Stechbahn zum Neuen Rathaus legte die Demo diesmal einen Zwischenstopp auf dem Großen Plan ein. Finn-Jonathan Pätzold rechnete hier der Menge vor, dass bis zum Kohleausstieg 2038 noch mindestens 6867 Tage vergehen. "Ich find's traurig, dass die Politiker denken, das sei früh genug. Wenn wir jeden Monat auf die Straße gehen, gibt es bis dahin 225 Demos", so der KAV-Gymnasiast. 252 Demos – das wäre ein ganzes Schuljahr, erläuterte der 14-Jährige und fügte frech hinzu: "Na ja, wenn wir keine Bildung genießen können, werden wir halt Politiker."

300.000 Schüler demonstrieren deutschlandweit

Im Norden und auch bundesweit haben am Freitag nach Schätzungen der Veranstalter mehr als 300.000 Demonstranten an den Protesten für mehr Klimaschutz teilgenommen. Wie die Organisation "Fridays for Future Germany" auf Twitter weiter mitteilte, gab es Proteste in mehr als 230 Städten. Zu den größten Kundgebungen in Berlin, Köln und München kamen jeweils mehr als 10.000 Teilnehmer. In Hannover gingen laut Polizei rund 7000 Schüler auf die Straße.

Von Melbourne bis Madrid, von Kapstadt bis Köln: Am Freitag haben bei einem weltweiten Aktionstag Hunderttausende Schüler für mehr Ehrgeiz beim Klimaschutz demonstriert.

Die Organisatoren hatten für Freitag zu den bislang umfangreichsten weltweiten Klimademonstrationen aufgerufen, dem "Global Strike for Future". Rund um den Globus waren mehr als 2000 Aktionen in mehr als 120 Staaten angekündigt.

Bei der zweiten Celler Jugendkonferenz werden die fünf Themen angesprochen, die die jungen Menschen aus der Herzogstadt besonders wichtig sind.

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