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Celle Stadt Der Opfer des Holocaust in Celle gedenken
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Der Opfer des Holocaust in Celle gedenken
17:02 20.01.2020
Von Andreas Babel
Ausstellung im Neuen Rathaus: Bereits seit Montag, 13. Januar, ist im Neuen Rathaus die Ausstellung „,Still, stumpf, beschäftigt mit Kartoffelschälen, verlegt.‘ Frauen als Opfer der ,T4‘“, zu sehen. Diese Ausstellung der „Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg ist dort während der Öffnungszeiten des Rathauses bis zum 31. Januar zu sehen. Bei der Vorstellung: (von links) Dr. Clemens M. Kasper, Vorsitzender Lebenshilfe Celle, Pastorin Ulrike Drömann, Vorstand der Lobetalarbeit, und Pastor Uwe Schmidt-Seffers, stellvertretender Celler Superintendent. Quelle: Andreas Babel
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Celle

Anlässlich des Holocaust-Gedenktages am Montag, 27. Januar, werden in Celle vier Veranstaltungen angeboten, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzen.

Vortrag über Morde an behinderten Kindern am 21. Januar

Das Gedenken rund um den Holocaust-Gedenktag beginnt in Celle bereits am Dienstag, 21. Januar, 19.30 Uhr, im altehrwürdigen Kantoreisaal an der Kalandgasse, quasi im Schatten des Stadtkirchenturms. Dann wird Autor und CZ-Blattmacher Andreas Babel über "Kindermord im Krankenhaus" vortragen. Er gibt dabei einigen Opfern Gesicht und Namen und berichtet über ihre letzten Tage. Er berichtet vom Verfahren und richtet seinen Fokus auf die spätere Chefärztin der Kinderabteilung des Allgemeinen Krankenhauses Celle, Dr. Helene Darges-Sonnemann (1911 bis 1998), die während des Zweiten Weltkriegs im Hamburger Kinderkrankenhaus Rothenburgsort behinderte Kinder getötet hat. Nach dem Krieg empfahl sie Müttern, ihre geschädigten Kinder zu töten.

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Formen des Gedenkens im Mittelpunkt

Ein großer Teil des Abends wird die Betrachtung jüngere Formen des Gedenkens umfassen, vor allem in Hamburg, wo sich vor allem junge Menschen mit diesem Thema intensiv und empathisch auseinandersetzen.

Gedenk-Gottesdienst am 25. Januar in Stadtkirche

Zwei Tage zuvor, am Samstag, 25. Januar, 11 Uhr, laden Lobetal, Lebenshilfe, der evangelisch-lutherische Kirchenkreis und die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten in die Stadtkirche zu einem großen gemeinsamen Gottesdienst am Gedenktag für die Opfer der so genannten „Euthanasie“ ein. Dazu gibt es schon ab 8 Uhr und bis 15 Uhr einen Infostand am Pranger.

Lesung in der Celler Synagoge am 26. Januar

Am Sonntag, 26. Januar, 17 Uhr, lesen Schüler der Oberschule Celle I und der Paul-Klee-Schule (Förderschule für geistige Entwicklung) in der Synagoge, Im Kreise 24, Passagen aus „Die Ermittlung“ von Peter Weiß.

Vortrag von Leiterin der "Euthanasie"-Gedenkstätte am 27. Januar

Am Holocaust-Gedenktag selbst wird Dr. Carola Rudnick, Leiterin der „Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg zu Opfern aus dem Landkreis Celle im Kantoreisaal der Stadtkirchengemeinde an der Kalandgasse vortragen. Beginn dieses Vortrags am Montag, 27. Januar, ist um 19 Uhr. Die Historikerin hat Dutzende Namen von Opfern aus dem Landkreis Celle recherchiert, die zwangssterilisiert oder gar ermordet worden sind. Rudnick zeichnet deren Lebenswege nach und gibt den Opfern der Aktionen T4 und der „Kinder“-Euthanasie ihre Namen und somit ihre Würde wieder.

Schauspieler lesen am 27. Januar in der Synagoge

Am selben Tag zur selben Uhrzeit findet in der Synagoge eine weitere Lesung statt, dieses Mal mit Schauspielern des Celler Schloßtheaters. Sie tragen Passagen aus dem 2013 von der derzeitigen Berger Stadtschreiberin Ariëlla Kornmehl veröffentlichen Roman „Alles, was wir wissen konnten“ vor. Darin geht es um ein über Jahrzehnte gehütetes Familiengeheimnis. Für die Bühnenfassung zeichnet Intendant Andreas Döring verantwortlich. Unter Mitarbeit von Bruno Winzen bringt er sie nun zur Uraufführung. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Um Spenden wird jeweils gebeten. Veranstalter der beiden Abende in der Synagoge sind die Jüdische Gemeinde Celle, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Celle und die Stadt Celle.

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