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Celle Stadt Füße und Köpfe bewegen sich im Takt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Füße und Köpfe bewegen sich im Takt
22:11 05.08.2018
Mit einem stilvollen Auftritt fernab klamaukiger 50er-­Jahre-­Klischees unterhielten Lady Sunshine & the Candy Kisses das Celler Publikum. Quelle: Doris Hennies
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Ein Titel fing das Temperaturverhältnis besonders gut ein: Den „Itsy-Bitsy Teenie-Weenie Honolulu-Strand-Bikini“ hätte so manche gerne angehabt. Auf ausdrückliche „Erlaubnis“ des Gitarristen „Mr. Moon“ (Uwe Tack) durften sich die Herren auch offiziell ihres Sakkos entledigen. In den eigenen Reihen tat das allerdings nur der schwer arbeitende Schlagzeuger „Mr. Groom“ (Christian Stallknecht). Das Konzert war auch für die Band „eine heiße Angelegenheit“, weil kurzfristig der Bassist wegen eines Wespenstichs ins Krankenhaus musste. So wagte sich dann der „Rest“ als Quartett inklusive der Sängerin „Lady Sunshine“ (Sonja Falke) auf die Bühne. Weder der Qualität noch dem Vergnügen der Zuschauer tat dies einen Abbruch.

Das heißeste Thema war dann auch die große Liebe in allen Facetten: Ob auf Englisch mit „Poetry in Motion“, „My Boy Lollipop“, „Be My Baby“, „Why Do Fools Fall in Love“ und „It's my Party“ oder auf Deutsch mit „Kriminal-Tango“, „Schuld war nur der Bossa Nova“, „Sag mir, was du denkst“ oder „Zwei auf einer Bank“ … . Da wurden Erinnerungen wach und vor dem inneren Auge zogen Filme und TV-Auftritte von Connie Francis und Manuela, Caterina Valente, Rex Gildo, Peter Kraus und Cornelia Froboess vorbei. Das Sitzenbleiben fiel dabei schwer, und zumindest die Füße und Köpfe wogten im Takt.

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Dem Beifall nach heißbegehrt zeigten sich die arrangierten Songs von Trude Herr. Da stahlen sich immer wieder herzliche Lacher unter die gekonnt vorgetragenen Liedtexte bei „Tango d'Amore“, „Morgens bin ich immer müde“, „So ein Mann“ – und natürlich „Ich will keine Schokolade“. „Komm ein bisschen mit nach Italien“ oder „Steig in das Traumboot der Liebe“ sorgten für kollektive Sehnsucht nach Urlaub am Meer. „Zwei kleine Italiener“ und „Heißer Sand und ein verlorenes Land“ ließen fast eine sozialkritische Interpretation zu (Gastarbeiter und Flüchtlingsthema?), bis es mit „Speedy Gonzales“ dem Ende entgegensauste – sanft abgefangen mit „Blue Moon“ und „Wir wollen niemals auseinandergehen“. Das Trennen fiel nach drei ertrotzen Zugaben tatsächlich schwer.

Von Doris Hennies

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