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Celle Stadt Furioses Geigenspiel und wilde Steppeinlagen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Furioses Geigenspiel und wilde Steppeinlagen
14:15 13.06.2010
Die Allstar Band bgestehend aus allen Künstlern des Abends. Quelle: Peter Müller
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Von schwermütigen melodiösen Songs bis hin zu „typisch“ schneller und fröhlicher Tanzmusik hatten die vier auftretenden Künstlergruppen vorgestern alles in ihrem Programm zu bieten. Im Rahmen des Irish Folk Festivals, das zum zweiten Mal seit Bestehen einen Stopp in Celle einlegte, fanden sich Zuschauer aller Altersgruppen in der CD-Kaserne ein – auch Gäste aus Irland und den USA wollten sich das ganz besondere Konzert nicht entgehen lassen.

Während der dreistündigen Vorstellung boten die Musiker eine abwechslungsreiche Mischung aus anspruchsvoller irischer Musik, die ganz im individuellen Stil der Künstler mal leise und mit klingenden Harmonien, mal laut, fröhlich und durcheinander wiedergegeben wurde. Der Funke sprang allerdings eher langsam auf das Publikum über. Erst die Fiddle-Spielerin Jennifer Roland erreichte mit ihrer einer Kombination aus Steppen und Geigenspiel den ersten rhythmischen Beifall. Mit ihrer unübersehbaren Spielfreude sorgte sie dafür, dass sich die rund 220 Zuschauer im Saal von den Stühlen erhoben.

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Auch der Enthusiasmus des charismatischen Bandleaders David Munelly stieß dank seiner Band und einem verrückten Mix aus Folk und Bluegrass auf großen Zuspruch.

Eher ruhiger ging es dagegen bei Niamh Parsons & Graham Dune zu, auch dem Singer und Songwriter Tommy O’Sullivan, der seine Gitarre meisterhaft zu spielen wusste, wurde hauptsächlich andächtig und respektvoll gelauscht. Dafür zeigten beide Interpreten eindrucksvoll, wie allein eine einzigartige Stimme in Verbindung mit einer eingängigen Melodie Trauer, Freude und Leid transportieren kann: In den harmonischen und zwischen Optimismus und Melancholie schwankenden Liedern war die „Seele“ der irischen Musikkultur deutlich und geradezu greifbar zu spüren.

Bei der Zugabe, der „Festival Session“, bei der alle auftretenden Künstler zu einem finalen Medley auf die Bühne traten, gab es dann allerdings kein Halten mehr für das Celler Publikum – und auch die musizierenden Künstler hatten sichtbaren Spaß an duellierenden Geigen und Steppeinlagen, wahren Trommelwirbeln auf dem Bodhrán, vielstimmigen Gesängen und einem furiosen Spieltempo.

Von Wiebke Quader