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Celle Stadt Ganz Celle schwitzt bei 33 Grad
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ganz Celle schwitzt bei 33 Grad
18:50 29.06.2010
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Celle Stadt

Schweißperlen tropfen ihnen von der Stirn: Mit 33 Grad von oben und 180 Grad von unten geht es bei den Bauarbeitern der Stadt Celle derzeit heiß her. Gestern teerte Waldemar Schwanke mit seinen Kollegen Robert Stellmacher und Sengul Cemil Teile des Quellwegs in Garßen. Während die Sonne den Bauarbeitern von oben auf den Kopf knallte, heizte der flüssige Asphalt die Luft um die Bauarbeiter zusätzlich auf. Schlechte Stimmung herrschte dennoch nicht: „Es ist schon sehr belastend, bei dem Wetter von sechs bis 16 Uhr zu arbeiten“, erläutert Schwanke. Dennoch mache es mehr Spaß, in der Hitze zu arbeiten, als bei Kälte oder Regen. „Das zieht in die Knochen“, bemerkt Sengul Cemil.

Klimaanlagen gibt es in ihrem kleinen Bauwagen nicht – „In der Pause ruhen wir uns im Schatten aus“, berichtet Stellmacher. Dazu trinke er viel Wasser. „Mindestens drei Liter am Tag müssen es schon sein“ schätzt der Bauarbeiter.

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Im Außenbereich des Celler Badelands haben gestern rund 1500 Besucher die Sonne und das 26 Grad warme Wasser genossen. „Wir sind damit sehr zufrieden“, sagt Leiter Matthias Gaupp. Für das Wochenende erwarte er noch mehr Sonnenanbeter. Immer mit wachsamen Augen am dabei: Schwimmmeister Benjamin Tarnowski, der am Beckenrand die Übersicht behält. Die Zahl seiner Einsätze schwanke von Tag zu Tag, erläutert Gaupp. „Die Unvernunft mancher Leute ist das größte Problem“.

Im Celler Tierheim ächzen derweil Mensch und Tier um Kühlung. Sprinkler kühlen den Boden der Zwinger, damit sich die Tiere nicht die Pfoten verbrennen. Außerdem können Hunde, wie Schnauzer-Mix „Buster“ im Wasser abkühlen. Tierheim-Chef Roman Thönies warnt Hundebesitzer derweil, mit ihren Tiere auf Asphalt Gassi zu gehen: „Die verbrennen sich die Pfoten dabei.“ Besser sei es, frühmorgens oder spätabends eine Runde zu laufen. Auf keinen Fall dürfen Tiere in einem in der Sonne parkenden Auto gelassen werden – hier droht der Hitzschlag.

Drei Liter trinken

Menschen, die empfindlich auf Hitze reagieren, rät Dr. Ewald Hüls vom AKH Celle, schattige Plätze aufzusuchen und Kopfbedeckungen bei direkter Sonneneinstrahlung zu tragen. Außerdem sei es wichtig, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, der beim Schwitzen entsteht. „Bei hohen körperlichen Anstrengungen sollte der Mensch vier bis fünf Liter am Tag trinken – ohne anstrengende Tätigkeiten sind bei der Hitze auch zweieinhalb bis drei Liter ausreichend“, fasst Hüls zusammen. Um den Salzhaushalt auf einem ausgewogenem Niveau zu halten, empfiehlt der Experte, gegebenenfalls Salzstangen zu essen. Aus Gründen des Hautschutzes ist außerdem direkte Sonneneinstrahlung über einen längeren Zeitraum zu vermeiden.

Kaum Hitzschläge

Das Allgemeine Krankenhaus Celle (AKH) hat nach Angaben von Dr. Ewald Hüls, Leiter der Zentralen Notfallambulanz, bislang kaum Patienten mit hitzebedingten Symptomen aufgenommen. Aufgrund des herrlichen Wetters häufen sich jedoch jetzt die Freizeitunfälle. „Wir behandeln derzeit vielfach Patienten, die mit dem Fahrrad oder beim Joggen gestürzt sind“, berichtet Hüls. Auch Badeunfälle und Wespenstiche behandeln die AKH-Ärzte momentan täglich. „Die Verletzungen sind vielfältig“, fasst Hüls zusammen.

Er schätzt jedoch, dass in den kommenden Tagen bei Temperaturen bis zu 38 Grad Hitzschläge und Schwächeanfälle vorkommen, wenn die Menschen nicht angemssen mit dem Wetter umgehen.

Von Christian Uthoff