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Celle Stadt Gedichte auf Knopfdruck
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Gedichte auf Knopfdruck
22:33 05.09.2018
Mal ganz klassisch, mal mit Musik: Celler Schüler (hier von der Grundschule Hehlentor) tragen in der Innenstadt ihre Lieblingsgedichte vor. Quelle: David Borghoff
Celle

CELLE. „Hut ab vor der Poesie“, rufen Uwe Winnacker und drei seiner Schüler vom Gymnasium Ernestinum synchron, ziehen ihren Hut und verbeugen sich tief. Im festlichen Anzug und mit Hut stechen sie deutlich aus der Menge hervor, als sie von einer Gruppe Vortragender zur nächsten gehen, um ihre besondere Form der Anerkennung zu zeigen. An Rezitatoren mangelte es gestern in der „Neuen Straße der Gedichte“ nicht. Alle paar Meter präsentieren Schüler ihre Lieblingsgedichte, mal ganz klassisch, mal mit Musik, mal als Schauspiel. Dabei sind Kinder und Jugendliche verschiedener Altersklassen von der Grundschule Hehlentor, der Grundschule Klein Hehlen, der Altstädter Schule, des Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasiums und des Gymnasiums Ernestinum.

Besondere Aufmerksamkeit ziehen dabei vier Schülerinnen vom Ernestinum mit ihrem Schauspiel auf sich. Statt den Erlkönig von Goethe in seiner klassischen Form vorzutragen, haben sie selber an einer neuen Fassung gearbeitet. Es ist nicht mehr länger der Vater, der mit seinem Sohn durch den Wald reitet, sondern die Mutter, die mit ihrer Tochter im Auto nach Bremen fährt. „Wir wollten den Erlkönig erneuern und ihn moderner schreiben“, erklärt Hannah Janßen. Ole Mirete und Luca Rehmert, ebenfalls vom Ernestinum, haben sich dafür entschieden, den Erlkönig als Comic darzustellen. Auch sie haben bewusst Jugendsprache verwendet. „Es macht Spaß, den Comic anderen zu erklären, vor allem den jüngeren“, so Mirete.

Ein paar Meter weiter tragen sechs Schüler der Klasse 4b von der Grundschule Hehlentor das Gedicht „Dunkel war‘s, der Mond schien helle“ mit Musik vor. Sie singen, haben sich eine eigene Choreografie passend zum Text überlegt und sind mit sichtlich Spaß dabei. „Es ist schön, was vorzutragen“, findet Katharina Fortmüller, dann fügt sie lachend hinzu: „Und man ist nicht den ganzen Tag in der Schule“. Welche Gedichte sie präsentieren wollen, haben sich die Schüler selber ausgesucht, geübt haben sie mit ihrer Lehrerin Catherina Czernay. „Ich glaube, ich bin aufgeregter als meine Schüler“, gesteht sie. Sie nimmt das erste Mal an der Neuen Straße der Gedichte teil, die seit 2012 während der Jugendbuchwoche stattfindet.

Auf dem Brandplatz geht es leiser zu. Elf Schüler der Grundschule Klein Hehlen stehen wenige Meter voneinander entfernt. Jeder hat ein selbstgebasteltes Schild mit einem Gedicht um den Hals. Ebenfalls auf dem Schild ist ein Knopf – und wenn dieser gedrückt wird, stellen die Schüler ihr Gedicht vor. So auch Dildar Ibrahim. Trotz Aufregung trägt er „Der Regenbogen“ von Josef Guggenmos sicher vor. „Ich habe ganz viel geübt, das ist ja auch nicht einfach“, meint er. Auch Vayda Yavsan hat sich gut vorbereitet. Ihr macht es besonders Spaß, zu zeigen, was sie in der Schule lernt – und an Publikum mangelt es in der Neuen Straße nicht. Menschen gehen von einer Station zur nächsten, lassen sich von der Begeisterung der Schüler anstecken.

Von Vanessa Fillis

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