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Celle Stadt Gedo und die rote Ampel
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Gedo und die rote Ampel
13:49 13.06.2010
Von Michael Ende
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Celle Stadt

99 Sekunden – wer sich einmal die Zeit nimmt und den Sekundenzeiger einer Uhr beobachtet, wie er das Zifferblatt eineinhalb mal umrundet, der kann erahnen, was auf ihn zukommen könnte, wenn das Gedo-Einkaufscenter zwischen Bergstraße und Südwall mit seinem Parkhaus auf dem Gelände der heutigen Feuerwehr-Hauptwache realisiert würde wie geplant: „Man müsste als Autofahrer zum Beispiel 99 Sekunden Wartezeit an der Ampelanlage Fritzenwiese in Kauf nehmen“, sagt Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende.

Das hat sich Mende, der keinen Hehl daraus macht, die Celler Innenstadt lieber ohne ein Center weiterentwickeln zu wollen, nicht etwa ausgedacht. „Uns liegt jetzt das Gutachten vor, dass die durch Gedo verursachte Verkehrssituation analysiert.“ Das Papier, das im Auftrag von Gedo angefertigt worden sei, um im Mai geäußerte schwersten Bedenken externer Gutachter zu entkräften, werde jetzt von der Stadtverwaltung auf seine Plausibilität überprüft.

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Mende selbst hat bereits mehrere Blicke hineingeworfen. Angesichts des Umstands, dass die neue Expertise vom Investor selbst bezahlt wurde, hatte niemand im Rathaus und im Rat ernsthaft negative Ergebnisse erwartet. Umso erstaunter zeigt sich jetzt Mende darüber, dass dort durchaus kritische Töne angeschlagen würden: „Das Gutachten kommt zum Beispiel zu dem Ergebnis, dass es beim geplanten gegenläufigen Verkehr im Nordwall zu einer deutlich schwierigen Situation kommt. Die sei eventuell gerade noch auskömmlich, heißt es. Aber es zeichnet sich in Sachen Gedo-Center jetzt schon ab: So ganz einfach wird das alles nicht zu bauen sein.“

Der Politik liege das Gutachten noch nicht vor, sagt Mende. Für ihn scheint die Angelegenheit mit der 99-Sekunden-Rotphase symptomatisch für das Projekt zu sein – nämlich irgendwie unmöglich: „Wenn eine Ampel so lange rot ist, dann denken die Leute doch irgendwann, das Ding ist kaputt und fahren bei Rot los.“