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Celle Stadt „Genau hinschauen“ lohnt sich
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Genau hinschauen“ lohnt sich
15:06 13.06.2010
Cornelia Deister mit ihrem Gemälde "Insel Rügen" (Acryl auf Leinwand) - Quelle: Rolf-Dieter Diehl
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Celle Stadt

Zwanzig Öl- und Acrylgemälde der Hildesheimer Künstlerin Cornelia Deister zeigt das Oberlandesgericht Celle in seiner aktuellen Ausstellung. Unter dem Motto „Genau hinschauen – und das Wunderbare im Normalen entdecken“ werden die Blicke des Betrachters Schritt für Schritt hineingezogen in sinnlich-emotionale Bildwelten einer Malerin, deren Motive sie im Verlaufe ihrer Schaffensphasen immer mehr auf eine abstrahierte Farb- und Formensprache reduziert. Doch ihre vorwiegend in Spachteltechnik gefertigten Arbeiten bleiben auch in der Abstraktion ausdrucksstark und „lesbar“, Bilder, auf denen das Auge verweilen und den Gedanken und Stimmungen der Künstlerin nachspüren kann.

Deister changiert zwischen energischem Ausdruck und zarten Akzenten. Etwa im Dialog zwischen empfindlicher Apfelblüte und kräftiger Frucht in ihrem großflächigen Gemälde „Apple Blossom“ oder beim Zusammenfließen von Natur und urbaner Silhouette in ihrem Bild „Stadt am Fluss“. Dabei zeigt sie ein beachtliches Gespür für Farbtöne, wobei weniger der Kontrast als vielmehr die Harmonie der sich ständig in Bewegung befindenden Farbstimmungen („Botanischer Garten“, „Spaziergang“) und die Wahl der bisweilen frei aufgefassten, auf das Stimmungsmotiv bedachten Farben („Am Meer“, „Insel Rügen“) im Vordergrund steht. Die bisweilen lebhaft strukturierten, zumeist aber weich fließenden Flächen spiegeln überaus sinnliche Naturerlebnisse, die die Künstlerin entweder in der intensiven Leuchtkraft eines glutroten Sonnenuntergangs („Tulpen“) oder in einer warmen, geradezu nächtlichen Farbigkeit einfühlsam erfahrbar macht. Ihr reichen wenige Mittel, um das, was sie ausdrücken will, auf den Punkt zu bringen und sie reizt genau diese wenigen, scheinbar einfachen Mittel aus.

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Was sie motiviert, ist die Erkenntnis, ihren eigenen Weg gefunden zu haben. Was sie treibt, ist die Sehnsucht nach Schönem. Nach Harmonie. Die Sehnsucht einer sinnlichen, gefühlsbetonten Künstlerin.

Öffnungszeiten: Die Ausstellung im OLG kann bis zum 27. November während der Behörden-Öffnungszeiten besichtigt werden.

Von Rolf-Dieter Diehl