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Celle Stadt Warum Hebammen um ihre Schule bangen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Warum Hebammen um ihre Schule bangen
16:30 23.04.2019
Von Dagny Siebke
Wie geht es mit dem Hebammen-Standort in Celle weiter? Quelle: Uli Deck
Celle

Die Hebammen am Standort Celle erleben gerade ein Auf und Ab, denn Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) plant, die Ausbildung der Hebammen zu reformieren. Demnach soll ab 2020 die Theorie an Hochschulen und die Praxis an den Krankenhäusern vermittelt werden. Hebamme Annika Vondracek hofft, dass die Hebammenschule in Celle als Standort für die praktische Ausbildung langfristig erhalten bleibt. Sie sagt: "Sonst müssen wir sehen, wie viele Hebammen nach der mehrjährigen Ausbildung an den Hochschulen wieder zurück in die Region kommen. Wenn junge Frauen während des Studiums in den Großstädten eine Familie gründen, werden sie nicht weit weggehen können."

Künftig mehr Geburten in Celle

Zudem befürchtet Annika Vondracek, dass es durch die kurzfristige Schließung der Geburtenklinik in Peine in Celle künftig mehr Geburten geben wird – bei gleichbleibendem Personal. Das wirke sich auf die Zahl der Hebammen aus. "Nach der Ausbildung ist Hebammen eine gute Work-Life-Balance wichtig. Deshalb schauen sie, wo viele Kolleginnen arbeiten und es eine gute Geburtshilfe gibt", so Vondracek.

Wie viele Hebammen kommen aus Peine?

AKH-Pressesprecher Ralf Kuchenbuch sagt dazu: "Derzeit sind im AKH Celle 24 Hebammen beschäftigt. Diese Zahl wird sich voraussichtlich durch die Kolleginnen aus Peine noch erhöhen, die dort nach dem Wegfall der dortigen Geburtshilfe nun zum AKH wechseln." Wie viele Hebammen, Geburtsmedizinier und Pflegekräfte aus Peine nach Celle kommen werden? "Dies kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden, da sich einige Personen noch nicht zurückgemeldet haben", so Kuchenbuch. Einige der 20 betroffenen Beschäftigten hätten sich positiv geäußert. Eine Hebamme und ein Arzt wollten nicht nach Celle: "Bei diesen Fällen werden wir nach Ostern weitersehen", so Kuchenbuch.

Mütter können frei wählen

In Zukunft geht der AKH-Sprecher nicht von einer signifikanten Erhöhung der Geburtenzahlen in Celle aus. Schließlich ist das AKH Celle von der Klinik in Peine mit dem Auto 46 Kilometer entfernt. Nach Braunschweig sind es allerdings nur 35 Kilometer, zur medizinischen Hochschule Hannover nur 39 Kilometer. Kuchenbuch erläutert: "Die Mütter wurden von uns kontaktiert, um individuelle Entscheidungen bezüglich ihrer Niederkunft zu finden. Eine regelhafte Geburt in Peine wird nicht mehr stattfinden."

Akademisierung des Hebammenberufs

Auch für die Hebammenschule in Celle sieht der AKH-Sprecher kaum Auswirkungen durch die Schließung. Weitreichendere Folgen werde die geplante Akademisierung des Hebammenberufs haben. Denn die Bundesregierung muss die Ausbildung der Hebammen an EU-Vorgaben anpassen. Marina Weckend, Leiterin der Hebammenschule, erklärt: "Deutschland ist das letzte Land, in dem noch keine Ausbildungsreform erfolgt ist."

Am AKH beginnt alle drei Jahre ein neuer Kurs

Im derzeitig diskutierten Referentenentwurf ist vorgesehen, dass Ausbildungen, die vor dem 31. Dezember 2020 beginnen, noch an Hebammenschulen zu Ende geführt werden dürfen. "Derzeit beginnen wir im AKH alle drei Jahre einen neuen Kurs mit Hebammenschülerinnen und der nächste Kursbeginn wäre turnusmäßig im August 2021", erläutert AKH-Sprecher Kuchenbuch. Werde dieser Vorschlag verabschiedet, könne kein weiterer Ausbildungsjahrgang mehr am AKH beginnen. Zuletzt gab es für den Ausbildungsjahrgang 2018/2021 rund 200 Bewerberinnen für 15 Ausbildungsplätze. "Von einer Reform unberührt wird das AKH Kooperationen mit Hebammen-Studiengängen eingehen können, um Studierende der Uni/FH weiterhin praktisch auszubilden", erklärt Kuchenbuch.

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