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Celle Stadt Gleichstellung „uneingelöstes Versprechen“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Gleichstellung „uneingelöstes Versprechen“
14:51 13.06.2010
Von Michael Ende
WUNSCHTERMIN FÜR WAHL: Grüne laden zum Frauenbrunch mit Sabine Brunke-Reubold, Spitzenkandidatin der Grünen für den Bundestags-Wahlkreis Celle Quelle: Peter Müller
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„Gleichstellung ist nach wie vor ein uneingelöstes Versprechen“, stellte Brunke-Reubold fest. Sie erinnerte daran, dass „aller Familienrethorik zum Trotz“ die Verantwortung für die Familie weiterhin einseitig zu Lasten der Frauen gehe. „Mit zwei Vätermonaten in der Elternzeit ist es nicht getan“, bemerkte Brunke-Reubold. Die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie müssten verbessert werden. Dazu gehöre ihrer Ansicht nach der Ausbau von Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Die bisherige Familienpolitik setze stillschweigend darauf, dass „Frauen am Herd“ den Männern größtenteils die Arbeitswelt, die Politik, und die Macht überließen.

Ein weiterer Aspekt der Ansprache beschäftigte sich mit dem Thema „Frauen und Arbeitswelt“. Sie wies auf aktuelle Untersuchungen hin, die eine Benachteiligung der Frauen im Einkommensbereich dokumentieren würden. Brunke Reubold stellte die Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit auf und verknüpfte diese mit der Forderung nach mehr Frauen in Spitzenjobs und in den Aufsichtsräten. „In den Schaltzentralen der deutschen Wirtschaft liegt der Frauenanteil unter zwei Prozent, und dieser Anteil stagniert seit 2001. In den Aufsichtsräten sind Frauen nur zu 7,5 Prozent vertreten.“ Das es auch anders gehe, zeige das norwegische Beispiel einer Quotenregelung bei der Besetzung von Aufsichtsräten. Es sei ein „Irrsinn, auf das Potential der bestausgebildeten Frauengeneration zu verzichten“ unterstrich Brunke Reubold ihre Forderungen.

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Abschließend machte die grüne Kandidatin deutlich: „Die Zeiten der Selbstverpflichtungserklärungen der Wirtschaft sind vorbei, wir brauchen ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft.“