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Celle Stadt „Hauptschule nicht tot reden“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Hauptschule nicht tot reden“
13:53 13.06.2010
Von Gunther Meinrenken
fotos hauptschulen in celle - Heese Süd Quelle: Torsten Volkmer
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Celle Stadt

Nur noch elf Anmeldungen für die Altstädter Schule, 12 für Wietzenbruch, 13 für die Neustadt, 15 für die Heese-Süd und 16 für Groß Hehlen. Lediglich die Blumlage steht mit 30 neuen Schülern für die fünfte Klasse noch auf einer gesicherten Zweizügigkeit. So sehen die Zahlen für die Hauptschulen des Stadtgebiets aus. Angesichts rückläufiger Anmeldungen für diese Schulform arbeitet der Landkreis an einem neuen Konzept für die Schullandschaft und steht dabei im Stadtgebiet vor ganz besonderen Problemen.

Die fangen allerdings schon bei der Statistik an. „Die am Stichtag erhobenen Zahlen stimmen jetzt schon nicht mehr. Wir sind derzeit schon bei 19 Schülern angekommen“, berichtet etwa Paul-Michael Zeblewski, Leiter der Grund- und Hauptschule Neustadt. Wenn dann noch die zu erwartenden Realschulrückläufer dazu kommen, wäre die Neustadt auch wieder in der Lage, zweizügig zu fahren. Klar ist indes den Schulleitern: Mit nur einer fünften Klasse lässt sich das Angebot an den Schulen nicht aufrecht erhalten.

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Dieses Angebot ist dabei auf die Bedürfnisse der Schülerklientel zugeschnitten, wie Thomas Schwarz, Leiter der GHS Heese-Süd, betont. Viele Schüler kämen aus sozial schwierigen Verhältnissen, bedürfen der sozialpädagogischen Betreuung. „Die Hauptschule ist eine erhaltenswerte Schulform, die von sozialer Arbeit geprägt ist, um die Ausbildungsfähigkeit der Schüler herzustellen“, meint er. Eine Zusammenlegung von Hauptschulen mit Realschulen, wie sie auch im Gespräch sei, mache daher keinen Sinn. „Dann fallen unsere Schüler hinten runter.“

Eine Zusammenlegung von Hauptschulstandorten im Stadtgebiet ist allerdings auch schwierig. Dies ginge letztlich zu Lasten eines ortsnahen Angebots. Der Standort Groß Hehlen als einziger nördlich der Aller stünde dabei wohl eh nicht zur Disposition. Aufgrund der Nähe böte es sich an, die Altstädter Schule der Blumläger Schule „zuzuschlagen. Allerdings ist das so ohne weiteres möglich, weil die Altstädter Hauptschule Halbtagsschule ist und die Blumlage im Ganztagsbetrieb läuft. Weiteres Problem: Alle betroffenen Schulen sind Grund- und Hauptschulen. Würde ein Hauptschulstandort aufgelöst, hätte die Stadt auf einmal das Problem, dass ein Teil der Immobilien leer stünde.

„Der Handlungsbedarf ist da“, stellt Franz-Josef Burke, Leiter der GHS Blumlage, fest. Er rät bei der laufenden Diskussion allerdings zur Vorsicht. „Sonst geht es uns wie dem Hölty-Gymnasium und die Anmeldezahlen gehen weiter zurück. Wir dürfen die Hauptschule nicht tot reden.“